Mücken im fischfreien Teich - wo sind sie?

Die Vorstellung eines fischfreien Teiches im Garten als Beitrag zum Artenschutz begeistert immer mehr Naturgarten-Freunde. Gerade in dörflichen Randlagen und Gebieten, wo es noch natürliche Amphibienwanderungen gibt, lohnt sich die Anlage eines solchen Kleingewässers. Doch schnell werden Zweifel an dem Vorhaben laut und die Kontra-Liste wird um ein besonders schwerwiegendes Argument  erweitert: Die Mückenplage!

Da bringen nicht mal die größten Tierfreunde ausreichend Toleranz für auf, geschweige denn die angrenzenden Nachbarn. Aber wie gravierend ist eigentlich das Mückenproblem? Diesem Thema möchte ich mich am Beispiel meines eigenen Teiches näher widmen und meine Beobachtungen hier veröffentlichen.

 

Erste Ergebnisse fünf Wochen nach der Anlage

 

Ende Juli war der Teich bereits seit 5 Wochen mit Wasser befüllt. Ein Wasserloch ohne Fische - ein Paradies für Mücken, sollte man meinen. Aber: Der Blick in den Teich enthüllt eine ganz andere Realität!

 

Das erste, was auffällt, sind zahllose Wasserkäfer der verschiedensten Arten und Größen, die in den tiefen und flachen Teichzonen auf Beutefang gehen. Unterstützt werden sie dabei von den gefräßigen Rückenschwimmern und von einer Unmenge an Schlammfliegenlarven. Am Bodengrund lauern Blaupfeil-Libellenlarven und auf der Wasseroberfläche hat sich eine Schar Wasserläufer zusammengefunden, die sich auf alles stürzt, was hinein fällt oder an der Oberfläche schlüpfen will.

 

Und Mückenlarven? Ja, die gibt es. Vor allem rote Zuckmückenlarven im sandigen Grund (Zuckmücken stechen nicht), im Wasser schwebende weiße Mückenlarven (= Büschelmücken, diese stechen auch nicht) und nach längerem Suchen habe ich sogar einige wenige Stechmückenlarven gefunden. Diese versteckten sich in einer kleinen „Treibgut-Insel“ und wurden im Moment ihrer Entdeckung von einem Rückenschwimmer überfallen.

 

Von allen Tierarten, die ich im Teich entdeckte (abgesehen vom Gaukler-Schwimmkäfer, Cybister lateralimarginalis), waren die Stechmücken die individuenschwächsten. Ganz offensichtlich sind sie ganz besondere Leckerbissen und in diesem vegetationslosen, vollsonnigen Teich mit sandigem Bodengrund und verschiedenen Tiefenzonen einem hohen Feinddruck ausgesetzt. Ich musste sie stets lange suchen, wenn ich überhaupt welche gefunden habe. Nie habe ich eine entspannt und deckungslos an der Oberfläche hängen sehen, so wie man es von den offenen Regentonnen kennt. Sie waren immer in Deckung und Deckung ist in diesem Teich (noch) Mangelware. Anders als in dicht bewachsenen Fischteichen, wo zwischen eng stehenden Schilfstängeln Stechmückenlarven gut vor Goldfischen und Co. geschützt sind.

 

Bis jetzt bin ich jedenfalls sehr zufrieden. Eine Mückenplage deutet sich für diesen Sommer jedenfalls noch nicht an. Aber abwarten und schauen, was die nächsten Wochen bringen.

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