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Das perfekte Biotop für den Ameisenlöwen im Naturgarten (aus Sicht des Ameisenlöwen).

Wenn man einen Naturgarten plant, stellt man es sich so schön vor, wie die passenden Bewohner in die liebevoll extra für sie angelegten Biotope einziehen und prächtig gedeihen. Klar, nicht immer schafft man es, die gewünschten Tiere anzulocken, öfters aber schon. Und manchmal, so wie in diesem Fall, kommen die Tiere, sehen sich den für sie vorgesehenen Lebensraum an, denken sich ‚Nö, das gefällt mir nicht. Ich seh da was Besseres’, und beziehen kurzerhand die aus ihrer Sicht luxuriösere Premiumversion, die aber eigentlich nicht zur Besiedlung vorgesehen war. So geschehen mit unseren Ameisenlöwen, den Larven der Ameisenjungfern (hier Myrmeleon formicarius oder Euroleon nostras)...

Das Trockenbiotop scheint die Ameisenjungfern für die Eiablage nicht wirklich zu interessieren, schließlich kriegt man da doch ab und zu eine Dusche von oben. Etwas was Ameisenlöwen überhaupt nicht mögen. Selbst in der knochentrockenen, brandenburgischen Sandbüxe nicht.

 

Ein Lebensraum fand sich dennoch auf unserem Grundstück, und zwar im Sandkasten. Hier gibt es nicht nur den perfekten Sand für den Bau der gefährlich rutschigen Trichter, es gibt auch, und das ist wohl der große Vorteil gegenüber dem Trockenbiotop, ein regengeschütztes Plätzchen unter dem Sitzbrett.

 

Darunter drängen sich nun mehrere Exemplare, warten auf vorbei kommende Spinnen und Insekten und haben nicht damit gerechnet, dass erhebliche Störungen ihre geduldige Warterei und ihre liebevoll angelegten Fangtrichter zunichte machen könnten.

 

Zum Glück entdeckten wir die neuen Bewohner, bevor größerer Schaden entstehen konnte. Also wurde im Sandkasten der Bereich unterhalb des Sitzbrettes als eine vorübergehend spielfreie Zone ausgewiesen, was wohl nur deshalb möglich war, weil dieser Bereich sowieso nur selten in Spiele einbezogen wurde.

 

Mit etwas Geduld gelang uns dann schließlich eine Video-Aufnahme einer unglücklichen Ameise, die im Trichter von dem Ameisenlöwen überwältigt wird.

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Kommentare: 4
  • #1

    Rick (Dienstag, 18 Oktober 2016 01:32)

    Ameisenlöwe .. was für ein komischer Name für ein Insekt! ^^
    Interessantes kleines Kerlchen, das Video ist ziemlich faszinierend.

  • #2

    Mareike (Dienstag, 18 Oktober 2016 10:24)

    Vielen Dank! Ja, der Name ist etwas übertrieben ;-)
    Und irreführend, da nur die Larven so heißen. Hab schnell im Text ergänzt, dass es sich eigentlich um die Larven der Ameisenjungfern handelt.

  • #3

    Rebecca (Donnerstag, 02 Juli 2020 10:42)

    Hihi, bei uns im Garten (BaWü) besiedeln die Ameisenlöwen ebenfalls den Sandkasten. Der steht auf der teilweise überdachten Terrasse im Trockenen. Beim Spielen fällt „gelegentlich“ Sand daneben, der zwischen Hauswand und Sandkasten-Kasten völlig ungestört liegen bleibt. Da hat‘s seit Jahren viele Dutzend Trichter, einer am anderen. Deshalb herrscht dort striktes Durchlatschverbot! Die schlüpfenden Ameisen-Jungfern hängen oft noch ein Weilchen am Sandkastenrand, so dass man sogar die mit etwas Glück mal zu Gesicht bekommt...
    Im letzten Jahr haben auch verschiedene Wegwespen den Sand dort entdeckt. Sind leider nicht sehr rücksichtsvolle Nachbarn, die ihre Spinnen mit Vorliebe in den schrägen Trichterwänden verbuddeln. Danach ist vom Trichter nichts mehr zu sehen, und oft wird vor lauter Zubuddelbegeisterung die Nachbarschaft gleich mit eingeebnet :-)
    Mittlerweile sind die Kinder größer, und der Sandkasten wird kaum noch bespielt. Aber ich fürchte, abbauen können wir ihn nicht mehr...

    Vielen Dank für deine Seite, ich sehe schon, da werde ich mich noch ein ganzes Weilchen reinvergraben....!
    Gruß aus einer Lehmbodenlandschaft und weiter viel Erfolg mit eurem wunderbaren Garten!

  • #4

    Mareike (Samstag, 04 Juli 2020 22:21)

    Hallo Rebecca,
    das stimmt, die Ameisenlöwen haben es auch nicht immer leicht � Aber die Zerstörung durch die Wegwespen werden bestimmt schnell wieder behoben sein.
    Unser Sandkasten droht langsam zuzuwachsen, so dass ich nun für die Ameisenlöwen Unkraut zupfe, damit sie auch weiterhin bei uns bleiben. �
    LG Mareike