WILDBLUMENWIESE 2020: WIE MAN MIT EINER KEIMPROBE DEN RICHTIGEN SAATZEITPUNKT FINDET

Blumenwiese Saatgut Keimprobe
Die Keimprobe vom Blumenwiesen-Saatgut war erfolgreich!

Mit dem Saatgut ist es so eine Sache. Immer wieder lese ich Bewertungen bei Amazon und auf anderen Seiten, in denen sich Gärtner über nicht keimendes Saatgut ärgern. Das scheint ein relativ häufiges Problem zu sein.

Es gibt viele Gründe, warum Samen manchmal nicht keimen. Neben unseriösen Anbietern, die einem falsch gelagertes oder überlagertes Saatgut verkaufen, sind häufig zu hohe Temperaturen in den Lieferwagen (bei hohen Außentemperaturen) verantwortlich für einen solchen Totalausfall.

Deshalb habe ich im letzten Artikel beschrieben, dass es sinnvoll ist, vor der Anlage der Blumenwiese eine Keimprobe mit seinem Saatgut zu machen. Dann weiß man, ob man neues braucht oder nicht und dass es nicht am Saatgut gelegen hat, sollte die Ansaat misslingen.

MIT EINER KEIMPROBE DIE GEFAHREN FÜR DAS SATTGUT VERRINGERN

Eine Keimprobe kann man aber noch zu einem anderen Zweck nutzen. Denn es gibt noch weitere Faktoren, die den Erfolg der Blumenwiesen-Aussaat boykottieren. Dabei kann man generell sagen, je länger die Samenkörner nach der Aussaat ungeschützt auf dem Boden liegen (Blumenwiesen-Saatgut liegt oben auf dem Boden drauf und wird i. d. R. nicht oder nur minimal eingearbeitet), umso kleiner der Anteil, der die Keimung schafft.

Vögel, Nacktschnecken, Austrocknung, Starkregen, Hagel, strenger Spätfrost, Winderosion… das sind alles Einflüsse, die eine erfolgreiche Keimung verhindern können. Oftmals erkennt man noch nicht mal die Ursache, weil man die Saatfläche nicht die ganze Zeit beobachten kann. So kann auch der Eindruck entstehen, dass die Samen kaum oder gar nicht gekeimt haben.

Auf jeden Fall sollte das Saatgut solchen Gefahren so kurz wie möglich ausgesetzt sein. Aber wie schafft man das?

Dazu benötigt man den perfekten Saatzeitpunkt, und den zu finden ist gar nicht so leicht. Sät man zu früh, verzögert die Kälte die Keimung, sät man zu spät, muss man wegen der größeren Verdunstung mehr Bewässern, was wiederum Nacktschnecken anlockt.

Letzte Woche habe ich empfohlen, die Keimprobe auf ein sonniges Fensterbrett zu stellen, um die Keimung zu beschleunigen. Worüber ich nicht geschrieben habe, ist die zweite Keimprobe, die ich ausgesät habe. Und zwar draußen in einen Blumentopf.

Blumenwiese Keimprobe draußen
Keimprobe draußen
Blumenwiese Keimprobe drinnen
Zum Vergleich noch mal die Keimprobe drinnen.

Und siehe da, der Vergleich der beiden Töpfe zeigt einen großen Unterschied. Während die Samen im Haus sofort mit der Keimung begonnen hatten, hat sich im Topf, der draußen stand noch gar nichts getan, obwohl wir zeitweise sonniges, manchmal sogar angenehmes Wetter hatten. Aber wir hatten auch jede Nacht Frost, der die Keimung hemmt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass nicht mehr alle Samen da sind. Hmmm….

Trotzdem weiß ich jetzt, dass es richtig ist, noch mit der Aussaat zu warten. Denn solange die Samen draußen im Topf nicht keimen, brauche ich nicht damit anzufangen.

In den nächsten Tagen wird es nun endlich auch hier im Norden wärmer, und für ganz Deutschland ist kein Nachtfrost mehr vorhergesagt. Dann wird sich vegetationsmäßig einiges tun. Ich empfehle trotzdem allen Mitmachern, die ihr Saatgut schon haben, noch eine Keimprobe draußen aufzustellen (mit Vogelschutz). Am besten dort, wo die Blumenwiese hinkommt. So kann jeder individuell den besten Aussaatzeitpunkt für seinen Standort finden.

 

Viel Erfolg!

 

PS: Ich bin mir bewusst, dass ich hier eine Wissenschaft draus mache, wo es wahrscheinlich gar nicht nötig wäre. Aber so macht es einfach am meisten Spaß. ;-)

 

Außerdem möchte ich, dass die Anlage einer Blumenwiese auch wirklich bei jedem, der hier liest, etwas wird!



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