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10 SCHÖNE INSEKTEN IM GARTEN (WIE SIE ZU DIR KOMMEN UND BLEIBEN)

schöne Insekten im Garten

Das Insektensterben ist vielen Menschen ein Begriff. Die starken Bestandsrückgänge von bis zu 80 % und auch die Folgen für uns und die Ökosysteme haben sich herumgesprochen. Dennoch, so richtig Begeisterung für das Thema mag bei vielen nicht aufkommen, einfach weil die kleinen Sechsbeiner eher als eklig oder lästig wahrgenommen werden. 

Dabei gehören Insekten zu den vielfältigsten und farbenprächtigsten Lebewesen überhaupt. Unter ihnen gibt es unheimlich attraktive Arten, die den Garten allein mit ihrer Schönheit bereichern. Deswegen stelle ich heute ein paar der schönsten einheimischen Insekten und ihre Ansprüche an den Lebensraum Garten vor. Ganz subjektiv versteht sich ;-)

1. DAS TAGPFAUENAUGE

Das Tagpfauenauge (Aglais io) ist mit seinen großen, leuchtend-bunten Augenflecken auf den Flügelinnenseiten einer der bekanntesten Schmetterlinge überhaupt.

Aglais io, Muscari
Tagpfauenaugen lassen sich im Frühjahr oft an Frühblühern beobachten.

Was benötigt das Tagpfauenauge?

Die Raupen benötigen Brennnesseln an einem sonnigen Standort.

Die erwachsenen Falter saugen im Frühjahr Nektar an den Blüten von Weiden, Schlehen, Zwetschgen, Frühblühern und Löwenzahn. Im Sommer an violetten Blüten wie Disteln, Flockenblumen, Rotklee. Im Herbst an Efeublüten, Astern und reifem Obst.

Die Falter benötigen geeignete Überwinterungsplätze, in denen es kühl und witterungsgeschützt und die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig ist. Es eignen sich Gartenhäuschen und Erdkeller, in die die Schmetterlinge durch Schlitze hinein und auch wieder heraus kommen. In beheizten Räumen und auf trockenen Dachböden können sie den Winter hingegen nicht überleben.

2. DIE BLAUGRÜNE MOSAIKJUNGFER

Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) ist eine farbenprächtige blau-grün-gelb gezeichnete, auffällige Großlibelle.

Aeshna cyanea; Von Andreas Eichler, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57528772
Ein Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer patrouilliert am Gewässer.

(Foto: Von Andreas Eichler, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57528772 )

Was benötigt die Blaugrüne Mosaikjungfer?

Für die Eiablage und die Larvenentwicklung benötigt sie einen Gartenteich, am besten fischfrei. Oder eine fischfreie und vegetationsreiche Zone im Teich.

Die Larven ernähren sich von kleinen Wasserlebewesen wie Wasserflöhen, Würmern, Mücken- und Fliegenlarven, aber auch von anderen Libellenlarven, Kaulquappen und sehr kleinen Fischen.

Die ausgewachsenen Libellen erbeuten Fliegen, Mücken und sogar andere Libellen während ihrer Jagdflüge.

3. DER ZITRONENFALTER

Beim Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) fallen vor allem die leuchtend gelben Männchen auf. Die grünlich weißen Weibchen kommen etwas dezenter daher.

Gonepteryx rhamni
Dieser Zitronenfalter trinkt, seiner Vorliebe entsprechend, an der leuchtend pink-violetten Kronen-Lichtnelke.

Was benötigt der Zitronenfalter?

Die Raupen benötigen für ihre Entwicklung den Faulbaum, dessen Blätter sie fressen. 

Die erwachsenen Schmetterlinge saugen im Frühjahr an vielen verschiedenen Blüten von Frühblühern und Gehölzen (Obstbäume). Im Sommer bevorzugen sie violette Blüten (Disteln, Flockenblumen, Blutweiderich, Sommerflieder, Nelken). Der Zitronenfalter überwintert nahezu ungeschützt im Freien.

4. DER GOLDGLÄNZENDE ROSENKÄFER

Beim Goldglänzenden Rosenkäfer (Cetonia aurata) handelt es sich um einen großen, auffälligen, gold-grün glänzenden Käfer.

Cetonia aurata
Zwei Goldglänzende Rosenkäfer an einer Doldenblüte. Sichtbare Schäden richten diese Käfer in der Regel nicht an.

Was benötigt der Goldglänzende Rosenkäfer?

Die Larven ernähren sich von verrottendem Pflanzenmaterial und benötigen deshalb Komposthaufen aus Gartenabfällen, idealerweise mit Holzhäckseln von weichem Laubholz. Dieser Kompost sollte ungestört bleiben, weil die Larven sonst oft verletzt werden und infolgedessen sterben. 

Die erwachsenen Käfer fressen Pollen, Staubgefäße und andere weiche Pflanzenteile. Darüber hinaus saugen sie süße Pflanzensäfte. Dafür benötigen sie ungefüllte oder nur leicht gefüllte Blüten. Besucht werden Holunderblüten, Doldenblüter (z. B. Wilde Möhre), Rosenblüten oder Obstbaumblüten.

5. DAS TAUBENSCHWÄNZCHEN

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) ist ein tagaktiver Nachtfalter, der in Aussehen und Flugweise einem Kolibri ähnelt.

Macroglossum stellatarum; Von spacebirdy (also known as geimfyglið (:> )=| made with Sternenlaus-spirit), Macroglossum stellatarum - Hohe Wand, CC BY-SA 3.0
Ein Taubenschwänzchen trinkt am Natternkopf.

(Foto: Von spacebirdy (also known as geimfyglið (:> )=| made with Sternenlaus-spirit), Macroglossum stellatarum - Hohe WandCC BY-SA 3.0 )

Was benötigt das Taubenschwänzchen?

Die Raupen benötigen im Garten Bestände verschiedener Labkräuter wie Echtes Labkraut und Klettenlabkraut in sonniger Lage. 

Die Falter trinken Nektar von vielen verschiedenen Blüten, bevorzugen aber blaue und violette (Rotklee, Rote Spornblume, Natternkopf, Sommerflieder, Karthäusernelke, Heidenelke, Storchschnäbel, Lavendel, Weidenröschen, Jelängerjelieber). Davon brauchen sie recht viele, weil sie durch ihr Flugverhalten einen sehr hohen Energieverbrauch haben.


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6. DER SCHWALBENSCHWANZ

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist einer der größten und zweifellos auch einer der schönsten Schmetterlinge Europas.

Papilio machaon
Der wunderschöne Schwalbenschwanz ( © Konrad Goeritz)

Was benötigt der Schwalbenschwanz?

Die Raupen fressen an Doldenblütern wie Wilder Möhre, Fenchel, Dill, Pastinake oder Geflecktem Schierling. Sie kommen an wärmebegünstigten, sonnigen, offenen bis halboffenen Stellen vor.

Die erwachsenen Schmetterlinge saugen Nektar an vielen verschiedenen, nektarreichen Blüten (ähnlich wie Taubenschwänzchen: z. B. Rotklee, Rote Spornblume, Natternkopf, Sommerflieder, Karthäusernelke, Heidenelke, Storchschnäbel, Lavendel). Auch sie bevorzugen sonnige, offene bis halboffene Stellen und halten sich gerne an Südhängen und Kuppen auf.

7. DAS SECHSFLECK-WIDDERCHEN

Bei dem Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae) handelt es sich um einen auffällig schwarz und rot gezeichneten Schmetterling.

Zygaena filipendulae; Patrick Clement from West Midlands, England, 54.008 BF169 Six-Spot Burnet, Zygaena filipendulae (14405411966), CC BY 2.0
Die roten Flecken des Sechsfleck-Widderchens signalisieren potenziellen Fressfeinden: Achtung! Giftig!

Was benötigt das Sechsfleck-Widderchen?

Die Raupen fressen an Hornklee und Kronwicken, die an offenen oder halboffenen, sonnigen bis halbschattigen Stellen wachsen. 

Die erwachsenen Falter auch dieser Art bevorzugen im weitesten Sinne violette Blüten und sitzen oft ausdauernd und gut sichtbar auf Tauben-Skabiose, Wiesen-Witwenblume, Flockenblume oder Grasnelke. Sie bevorzugen magere, sonnige Blumenwiesen und -hänge sowie Brachland.

8. DIE HUFEISEN-AZURJUNGFER

Die Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella) ist eine Kleinlibelle, bei der die Männchen durch ihre leuchtend azurblaue Färbung auffallen.

Coenagrion puella; Von I, Luc Viatour, Coenagrion puella Luc Viatour, CC BY-SA 3.0
Hufeisen-Azurjungfern bei der Paarung.

Was benötigt die Hufeisen-Azurjungfer?

Für die Eiablage und die Larvenentwicklung benötigt sie einen Gartenteich, am besten fischfrei. Oder eine fischfreie und vegetationsreiche Zone im Teich.

Die Larven ernähren sich von kleinen Wasserlebewesen wie Wasserflöhen, Würmern, Mücken- und Fliegenlarven.

Die ausgewachsenen Libellen erbeuten kleine Fliegen, Blattläuse und Mücken während ihrer Jagdflüge.

9. DER GOLDLAUFKÄFER

Der Goldlaufkäfer (Carabus auratus) ist ein mittelgroßer, grün-golden metallisch schillernder Laufkäfer.

Carabus auratus
Im Gegensatz zu vielen anderen Laufkäferarten jagen die Goldlaufkäfer nicht nur am Boden, sondern klettern auch in Bäume.

Was benötigt der Goldlaufkäfer?

Die Larven jagen auf und im Erdboden lebende Kleinlebewesen wie Würmer, Schnecken und Larven. Damit sie diese finden, sollte der Garten pestizidfrei bewirtschaftet werden. Sie bevorzugen wärmebegünstigte trockene, sonnige Südlagen.

Die ausgewachsenen Käfer jagen ebenfalls Würmer, Schnecken, Insekten, Larven und Raupen. Sie profitieren von einer käferfreundlichen Wirtschaftsweise: Laub stellenweise liegen lassen, selten mähen, Beete mit Naturmaterialien mulchen.

DIE FEUER-GOLDWESPE

Die Feuer-Goldwespe (Chrysis ignita) ist eine farbenprächtige, metallisch glänzende, kleine und völlig ungefährliche Wespenart.

Chrysis ignita
Feuer-Goldwespen können an Blüten und manchmal sogar an Wildbienen-Nisthilfen beobachtet werden, wo sie nach geeigneten Plätzen für die Eiablage suchen.

Was benötigt die Feuer-Goldwespe?

Bei der Feuer-Goldwespe handelt es sich um eine parasitisch lebende Insektenart. Sie kommt dort vor, wo es ihre Wirtstiere gibt. Dazu zählen Grabwespen, Mauer- und Pelzbienen und vor allem Lehmwespen. Goldwespenlarven ernähren sich von den Eiern, Larven und Vorräten ihrer Wirtstiere.

Die ausgewachsenen Tiere ernähren sich vom Nektar der verschiedensten Blumenarten.

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Zugegeben, das war eine ziemlich oberflächliche Herangehensweise an das Thema Insekten im Garten. Aber manchmal braucht es einfach ein paar attraktive Zugpferde, die den Weg zum achtsamen und insektenfreundlichen Gärtnern ebnen. Davon profitieren letztendlich so viel mehr Tiere. Andere Insekten, aber auch Vögel, Reptilien, Amphibien...

Und wer jetzt Lust bekommen hat auf mehr, insbesondere auf mehr Tiere aller Art im eigenen Garten, dem möchte ich mein Buch TIERISCH GUTER GARTEN empfehlen.

Mareike Fedders, Tierisch Guter Garten

Und dann gibt es heute auch eine Zusammenfassung, in der alles aufgelistet ist, was ein Garten für schöne Insekten braucht. Die Übersicht ist für alle Newsletter-Abonnenten in hoher Auflösung zum Download in der passwortgeschützten Bibliothek verfügbar:

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