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GRAS IN DER BLUMENWIESE: JA ODER NEIN?

Eine magere Blumenwiese mit Hasenklee, Heidenelke, Grasnelke und wenig Gras.

Dieser Artikel soll euch bei der Entscheidung helfen, ob ihr für die Anlage eurer Blumenwiese ein Saatgut mit Gras verwenden solltet oder lieber eines ohne. So findet ihr die richtige Saatmischung für eine dauerhaft schöne Wildblumenwiese.

SOLLTE  MEIN  BLUMENWIESEN-SAATGUT  GRAS  ENTHALTEN  ODER  NICHT?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Einerseits ist laut Definition eine Blumenwiese eine artenreiche Wiese, bei der der Anteil der Blumen relativ hoch ist. Aber er beträgt nicht 100 % und das Gras selbst hat immer noch einen beträchtlichen Anteil an der Arten-Zusammensetzung.

 

Andererseits würden die meisten Menschen intuitiv bei der Anlage von Blumenwiesen auf die Aussaat von Gras verzichten, denn Gras hat keine schönen Blüten, wächst überall und wandert von ganz allein ein um seinen Platz in der Wiese zu erobern und dabei möglicherweise auch attraktive Wiesenblumenarten zu verdrängen.

 

Also kein Gras im Saatgut und stattdessen abwarten, bis das Gras von selbst kommt? Das hört sich zunächst nach der richtigen Entscheidung an, ich würde es aber trotzdem nur unter bestimmten Bedingungen machen.

BLUMENWIESEN-SAATGUT  OHNE GRAS,  WENN  MAN  KEINE  "RICHTIGE"  BLUMENWIESE  MÖCHTE

Nämlich dann, wenn ich keine richtige Blumenwiese anlegen möchte, sondern meinen Rasen behalten und bspw. entlang der Hecke einen blühenden Saum aus Wiesenblumen haben will. Auch wenn ich nur wenige Quadratmeter zur Verfügung habe oder einfach ein buntes Blumenbeet mit bienenfreundlichen Arten möchte, kann ich auf Gras in der Mischung verzichten.

 

Möchte ich aber tatsächlich einen größeren Teil meines Grundstücks in eine richtige Blumenwiese verwandeln, dann würde ich Saatgut verwenden, welches Gras enthält.

 

Aber warum?

REINE  BLUMENBESTÄNDE  SIND  NICHT  STABIL

Weil auch Blumen Blumen verdrängen. Und das nicht zu knapp. Säe ich nur Blumen aus, erschaffe ich eine Artenzusammensetzung, die es in unseren Wiesen nicht geben würde und die sich nicht zu einer stabilen Gemeinschaft entwickelt (Stichwort: Artengesellschaften).

 

Die verschiedenen Blumenarten würden zu stark konkurrieren und sich zu wenig Raum für die Entwicklung lassen. Schnellwüchsige, ausladende Arten würden den langsamen und filigraneren schnell Licht und Platz entziehen. Ökologische Nischen könnten nicht so effektiv besetzt werden, wie es bei einer Blumen-Gras-Mischung der Fall wäre.

 

Am Ende blieben die stärksten Blumen übrig, die regelmäßige Mahd und das jahreszeitlich bedingte Welken der Blumen würden aber große Fehlstellen schaffen, die von unerwünschten, verdrängenden Arten besiedelt werden könnten.

 

Wird gleich (konkurrenzschwaches) Gras mit eingesät, haben es andere Arten von außen schwerer, den Bestand zu erobern, weil Nischen schnell geschlossen werden.

VORBILD  TRADITIONELLE  BLUMENWIESE

Die traditionellen, blütenreichen Blumenwiesen enthalten beides, Gras und Blumen, weil diese unter den gegebenen Standort- und Nutzungsbedingungen zusammen eine stabile, dauerhafte Artengesellschaft bilden. Ausschließlich mit Blumen wäre das so auf unseren vorherrschenden Böden und somit auch in unseren Gärten nicht möglich.

MIT  GRAS  IST  EINE  "ECHTE"  BLUMENWIESE  ATTRAKTIVER

Wenn man das Bild einer echten, traditionellen Blumenwiese vor Augen hat, dann sieht man ein Blumen-Gras-Gemenge. Dieses typische Bild erreicht man am ehesten, wenn diese beiden Partner gemeinsam ausgesät werden.

JEDOCH  NICHT  MIT  DEN  FALSCHEN  ARTEN  AM  FALSCHEN  STANDORT

Blumen- und Gräserarten der mageren Standorte können sich auf nährstoffreichen Böden nicht lange etablieren. Sie wachsen zu langsam und zu schwach und werden von einwandernden, konkurrenzstarken Pflanzen, vor allem Gras, verdrängt.

 

Auf mageren Standorten dagegen können sich die nährstoffliebenden Arten nicht lange halten und bilden einen eher kümmerlichen Anblick.

 

Auch die Aussaat konkurrenzschwacher Blumen mit konkurrenzstarken Gräsern führt zu keinem schönen Ergebnis, sondern zu einem nahezu reinen Grasbestand.

 

Es kommt also auf die Zusammensetzung der Arten und den Standort an, wenn die dauerhaft schöne Wildblumenwiese gelingen soll.

NÄHRSTOFFREICHE  FLÄCHEN  EIGNEN  SICH  WENIGER  FÜR  BLUMENWIESEN

Es hat sich jedoch herausgestellt, das Gras auf nährstoffreichen Flächen konkurrenzstärker ist als Blumen und diese stärker verdrängt als auf mageren Standorten. Außerdem bilden sich auf solchen Flächen vor allem sehr hohe, dichte Grasbestände aus, die eher nicht dem gewünschten Bild einer Blumenwiese entsprechen.

SCHÖNE  BLUMENWIESEN  GEDEIHEN  AUF  MAGEREN  STANDORTEN

Da sich immer eine Artenzusammensetzung durchsetzt, die den Standortbedingungen angepasst ist, und diese auf „fetten“ Flächen meist nicht dem gewünschten Bild entspricht, macht es mehr Sinn, den Standort bei der Anlage der Blumenwiese anzupassen.

 

Anstatt eine reine Blumenmischung auf zu fettem Boden etablieren zu wollen, ist es für das Endergebnis besser, die Fläche auszumagern (oder einen vorhandenen, mageren Platz zu wählen) und ein Blumen-Gras-Gemisch zu säen. So entsteht eine attraktive und dauerhaft schöne Blumenwiese.

Eine magere Blumenwiese mit Hasenklee, Heidenelke, Grasnelke und wenig Gras.
Auf mageren, sandigen und trockenen Flächen gedeihen Blumenwiesen aus Grasnelken, Heidenelken und Hasenklee, aber fast ohne Gras.

WOFÜR  EIGNET  SICH  DAS  NORMALE  BLUMENWIESEN-SAATGUT?

Wenn nicht anders deklariert, eignen sich die unspezialisierten Saatmischungen für durchschnittliche Gartenböden, die abgemagert wurden, jedoch nicht für sehr nährstoffarme Flächen.

 

Die Mischungen sind so zusammengesetzt, dass sie viele verschiedene Blumenarten enthalten und somit ein breiteres Spektrum an Gartenböden abdecken. Unter den Blumen setzen sich dann die Arten durch, die dem Standort und der Nutzung am besten angepasst sind.

 

Die enthaltenen Gräser sind meist weniger verdrängend als die Grasarten in Rasenmischungen.

 

Für sehr magere Böden benötigt man hingegen ein spezielles Saatgut.

WIE  HOCH  SOLLTE  DER  ANTEIL  DER  GRÄSER  IN  DER  MISCHUNG  SEIN?

Auch diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Es kommt ganz auf die enthaltenen Gras- und Blumenarten an. Manche haben große Samen, manche kleine. In einer Mischung, die eher Gräser mit großen Samen und Blumen mit kleinen Samen enthält, scheint der Anteil Gräser zu hoch zu sein, auch wenn möglicherweise mehr Blumensamen enthalten sind. Den umgekehrten Fall gibt es aber natürlich auch.

 

Wer sich beim Grasanteil unsicher ist, kann den Anteil der Blumen einfach selbst erhöhen. Es gibt günstige Samenmischungen oder Einzelsaatgut, das zusammen mit dem Blumenwiesensaatgut ausgesät werden kann.

WAS  TUN,  WENN  DAS  GRAS  NACH  EINIGEN  JAHREN  DOCH  ÜBERHAND  NIMMT?

Grundsätzlich verändert sich eine Blumenwiese mit den Jahren. Wenn der Grasanteil mit der Zeit zu hoch wird, liegt häufig ein zu nährstoffreicher Boden und/oder eine zu geringe Schnitthäufigkeit vor.

 

Bevor man nun aber mit der gesamten Anlage von vorne beginnt, hält die Natur noch einen Joker parat: Den Klappertopf!

 

Der Klappertopf ist eine einheimische, halb-parasitisch lebende Pflanze, die mit ihren Wurzeln unter anderem Gräser befällt und diesen Wasser und Nährstoffe entzieht. Dadurch schwächt er das Wachstum und die Ausbreitung der Gräser im Bestand.

 

Glücklicherweise wertet der Klappertopf mit seinen gelben Blüten eine Blumenwiese optisch auf, so dass man nicht viel verkehrt machen kann, wenn man ihn aussät.

 

Dabei stellt die Pflanze jedoch durchaus Ansprüche. Das Saatgut* sollte im Herbst/zeitigen Frühjahr (nach Stratifikation; Kaltkeimer) entweder direkt bei einer Neuanlage der Wiese ausgebracht werden oder nachträglich in offene Stellen in einen etablierten Bestand.

Eine Klappertopf-Pflanze in einem Grasbestand.
Der Klappertopf ist der Feind des Grases.

FAZIT

Sofern man eine "richtige", traditionelle Blumenwiese anlegen möchte, ist es besser, ein Blumenwiesen-Saatgut zu verwenden, welches Gras enthält. Auf den richtig vorbereiteten Flächen und der passenden Pflege etablieren sich dadurch dauerhaft schöne, blütenreiche Blumenwiesen.

 

Für sehr kleine Flächen, Blühstreifen, Säume und Blumenbeete ist kein Gras als Mischungspartner notwendig.

 

Und im Notfall gibt es noch den Klappertopf.

Puh! Vielen Dank für's Lesen dieses zugegeben etwas sperrigen Artikels. Ich hoffe, ich konnte euch trotzdem bei der Entscheidung helfen!


Weitere Artikel, die das Thema Blumenwiese ergänzen, gibt es hier:


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Kommentare: 26
  • #1

    Fjonka (Donnerstag, 02 April 2020 20:57)

    Sperrig fand ich das nun garnicht, im Gegenteil. Aber den Klappertopf sollte man im Herbst säen, denn er ist Frostkeimer - und wenn er dann ab Frühjahr rumliegt ist die Chance doch groß, daß ers nicht schafft..... :-)
    Überhaupt: tolles Blog! Und offenbar toller Garten! Ich habe bereits abonniert und werde mich so langsam mal durchs Archiv lesen

  • #2

    Mareike (Donnerstag, 02 April 2020 21:41)

    Hallo Fjonka,
    vielen Dank! Vor allem für den Hinweis mit dem Aussaatzeitpunkt vom Klappertopf! Ich habe das im Text jetzt besser formuliert. Es ist schon etliche Jahre her, dass ich Klappertopf ausgesät habe. Da gab's den Stratifikationshinweis damals zum Saatgut dazu. :-)
    LG

  • #3

    Fjonka (Freitag, 03 April 2020 09:11)

    Bist Du eigentlich Biologin oder sowas? Das liest sich alles sehr fachkundig hier - toll! Bin auf der Suche nach Links für eine Bekannte, die Vögel im Garten vermißt, auf Deine Seite gestoßen und habe ihr den Link geschickt, weil ich selbst eher Infomaterial zur Unterstützung von Insekten habe (hängt ja immer zusammen, und doch.... *g*

  • #4

    Mareike (Freitag, 03 April 2020 10:09)

    Ich bin eigentlich Agraringenieurin, aber ich hab mich auf den ökologischen Landbau spezialisiert und für ein paar Jahre Anbauversuche mit Wiesenblumen auf einem Öko-Versuchsgut durchgeführt. Daher muss der Eindruck von Fachkunde kommen ;-)
    Aber der Rest ist aus eigenem Interesse gewachsen.
    Wenn deine Bekannte Vögel im Garten vermisst, dann ist das Thema Naturgarten auf jeden Fall das Richtige für sie. Eigentlich gerade wegen der Insekten! Aber vielleicht fehlt in ihrem Garten etwas anderes??

  • #5

    Fjonka (Freitag, 03 April 2020 23:09)

    Kann ich nicht beurteilen, ich kenne den Garten nicht. Aber Leute auf Naturgarten-Spur zu setzen ist ja IMMER eine gute Idee *g*
    "Der Eindruck von Fachkunde" *gg* - schön ausgedrückt, aber das erklärt für mich wirklich manches.
    Es wird mir eine Freude sein, hier weiterzulesen (abonniert ist!)

  • #6

    alice harms (Sonntag, 04 April 2021 21:46)

    Tolle Seite. Ich bin seit einem Jahr dabei, unseren Garten in einen Naturgarten zu verwandeln, da kommt mir dieser Artikel sehr recht. Ich habe jede Menge Saatgut gekauft, war aber mit den Gräsern sehr unsicher. Jetzt bin ich schon viel sicherer. SUPER; VIELEN DANK; ALICE

  • #7

    Mareike (Montag, 05 April 2021 13:28)

    Hallo Alice,
    vielen Dank! Ich freue mich, dass ich dir helfen konnte und wünsch dir ganz viel Erfolg und Freude bei der Umgestaltung!
    LG Mareike

  • #8

    Katharina (Samstag, 10 April 2021 16:28)

    Hallo, wir planen auf unserer großen bestehenden Rasenfläche (eher Unkraut) eine Wildblumenwiese entstehen zu lassen. Am liebsten würden wir den Rasen stark ausdünnen und dann Sand und Samen einbringen. Könnte das klappen? Bin mir bewusst, dass das ganze einige Jahre dauert.
    Freue mich über Tipps

  • #9

    Mareike (Samstag, 10 April 2021 22:12)

    Hallo Katharina,
    schön dass ihr eine Wildblumenwiese anlegen möchtet! :-)
    Bei eurem Plan ist es sehr wahrscheinlich, dass euch das Ergebnis nicht zufriedenstellt. Solange der vorherige Bewuchs noch da ist, entwickelt er sich leider viel schneller als die Samen, die ihr ausbringt. Er würde viele junge Keimlinge so stark unterdrücken, dass sie absterben. Aber wenn ihr sowieso Sand ausbringen wollt, könntet ihr gleich eine 10-20 cm dicke Schicht Sand (oder allgemein mageres Substrat) und etwas unkrautfreien Kompost ausbringen. Darin würde dann nur das Blumenwiesen-Saatgut wachsen.
    Alternativ könnt ihr auch die Rasensoden abstechen und den Unterboden besäen. Der ist auch sehr unkrautarm.
    LG Mareike

  • #10

    Linn (Donnerstag, 17 März 2022 17:32)

    Hallo Mareike,
    das war Alles sehr hilfreich, vielen Dank!
    Jetzt habe ich aber doch noch eine Frage: könntest Du mir weiterhelfen? Wir möchten gerne Gräser in der Wildblumenwiese haben, allerdings wollte ich die Mischung der Samen selbst zusammenstellen. Ist das realistisch? Die richtigen Wildblumensamen habe ich mir schon herausgesucht, allerdings weiss ich nicht, ob es überhaupt eine Gräsermischung gibt? Kennst Du Dich damit aus oder mache ich es mir hiermit zu kompliziert?

    Vielen Dank schon Mal und lieben Gruss,
    Linn

  • #11

    Mareike (Freitag, 18 März 2022 09:26)

    Hallo Linn,
    schön dass Du das Saatgut für Deine Blumenwiese selbst zusammenstellst. Das ist natürlich viel komplizierter, als ein fertiges Saatgut zu kaufen, macht es aber auch viel interessanter und individueller :-)
    Manche Grasarten eignen sich besser für Blumenwiesen als andere. Ich schreib Dir hier mal ein paar Arten auf, die verwendet werden können. Vielleicht hilft Dir das schon weiter:
    -Wiesen-Kammgras
    -Gewöhnliches Ruchgras
    -Mittleres Zittergras
    -Rotschwingel
    -Rotes Straußgras
    -Wiesen-Goldhafer

    Welche Gräser am besten für die eigene Blumenwiese geeignet sind, hängt natürlich immer von den Standortverhältnissen ab, aber da wird es dann tatsächlich komplizierter ;-)

    LG Mareike

  • #12

    Linn (Freitag, 18 März 2022 10:30)

    Hallo Mareike,
    vielen Dank, das hilft mir auf jeden Fall weiter!
    Doch noch eine Frage, könntest Du mir noch Mal weiterhelfen? Mein Plan ist, eine Mischung aus hauptsächlich mehrjährigen und wenigen einjährigen Wildblumen (aus Deiner Liste in einem anderen Artikel genommen), sowie einigen Gräsern zu machen. Und dann wollte ich noch (und hier weiss ich nicht, ob das stimmt) gewöhnlichen Landschaftsrasen beimischen. Oder ist das unnötig? Ich hatte Deinen Artikel über Gräser ja oder nein gelesen und möchte gerne Gräser dabei haben, aber ist damit auch Gras (also (Kräuter)-Rasen) gemeint? Das war mir nicht so ganz klar.
    Danke noch Mal!
    LG Linn

  • #13

    Mareike (Freitag, 18 März 2022 12:02)

    Hallo Linn,
    den Landschaftsrasen kannst Du in kleiner Menge verwenden, wenn deine Fläche wirklich mager und eher trocken ist. Unter diesen Bedingungen können sich die Wiesenblumen durchaus gegen Gräser behaupten.
    Auf einer nährstoffreichen Fläche würde ich ihn, wenn überhaupt, nur in wirklich kleinster Menge verwenden. Dem Landschaftsrasen sind ja meistens auch konkurrenzstarke Gräser beigemischt, die sich auf gutem Boden stark ausbreiten und nach einer Weile zu einer deutlichen Verringerung des Blumenanteils führen können.
    Sollte Deine Fläche sehr groß sein und es kommt nicht so sehr auf eine hohe Blütendichte an, dann kannst Du ihn sowieso einsetzen.

    Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.

    LG Mareike

  • #14

    Peggy (Mittwoch, 22 Februar 2023 14:18)

    in meiner goggel recherche bin ich auf Ihre Seite gekommen, Hut ab !!! Soviel gute ausführliche Erklärung habe ich bisher nirgends finden können. Vielen Dank für die Arbeit / Mühe, das Ergebniss ist lesenswert!

  • #15

    Mareike (Mittwoch, 22 Februar 2023 17:47)

    Hallo Peggy,
    vielen Dank für die lieben Worte :-)
    Es freut mich, wenn dir meine Seite gefällt!!
    LG Mareike

  • #16

    Peggy (Samstag, 25 Februar 2023 14:43)

    Hallo Mareike, und wieder bin ich schon 2 Stunden lang hier am lesen. Welch eine tolle Arbeit muß ich wieder und wieder betonen. Ich habe im letzten Jahr eine Rasenfläche im Vorgarten in eine Blumenwiese umwandeln wollen und habe erst einmal im Frühjahr ein kleines Stück davon als Versuchsfeld abgestochen und einen Wildblumenwiesensamen eingesät. Natürlich zunächst mit viel Kornblumen und Klatschmohn, aber auch so manch anderes netten Wildblümchen. Da ich aber eine richtigere Wildwiese haben wollte, habe ich nach dem sehr trockenen Sommer (Mittelfranken) im Herbst einfach in die Rasenfläche Stauden wie Magariten, Wiesenflockenblume, Wiesensalbei und so weiter eingepflanzt. Durch den milden Winter sind auch alle Blattrosetten erhalten geblieben. Ich habe diese Woche an einem Frühlingshaften Tag die Fläche mit sehr hohem Messerstand abgemäht (Schnittgut ist unter der Hecke gelandet).Meinst Du, das könnte tatsächlich eine gute Blumenwiese werden? Oder haben die Stauden gegen den alten Grasbestand (recht lückigen Grasbestand) keine Chance auf Dauer? Mähen möchte ich tatsächlich wohl eher erst im Frühjahr, so wie dieses Jahr. Trockene Sommer übersteht das Gras oberirdisch meistens nicht. Die Fläche ist sehr dem Wind ausgesetzt und hat nur im hinteren Teil eine etwas feuchtere Ecke. Vieln Dank für Deine Antwort. Grüße Peggy

  • #17

    Peggy (Samstag, 25 Februar 2023 16:36)

    Tierisch guter Garten...soeben bei amazon bestellt ;-). Ich habe meinen Mietgarten nach 2018 und 2019 mit verdurstetem Garten im Coronajahr 2020 und 2021 sowie noch so einige Nachbesserungen 2022 umgebaut in noch mehr Naturgarten.. Mein noch junger Naturgarten hat letzten Jahr eine Auszeichnung erhalten. In Bayern gibt es vom LBV und dem Ministerium eine Auszeichnung Vogelfreundlciher Garten. Plakette hängt jetzt im Vorgarten über der neuen Wildwiese :-). Ich habe gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz viele wilde Ecken. Dabei ist mein Garten gar nicht so groß ca. 300 qm.

  • #18

    Mareike (Samstag, 25 Februar 2023 21:46)

    Hallo Peggy,
    das hört sich alles ganz toll an! Die Blumenwiese mit vorgezogenen Stauden anzulegen ist auf eher trockenen Flächen eine gute Möglichkeit. Deine Margeriten werden wahrscheinlich von Jahr zu Jahr weniger werden, aber die Wiesenflockenblumen könnten sich weiter ausbreiten, sofern dein Boden nicht allzu sandig ist oder die Trockenheit nicht wieder so extrem wird wie im letzten Jahr (ich war letzten Juli in Mittelfranken und hab das Ausmaß der Trockenheit dort gesehen...). Falls doch, könnten Skabiosen-Flockenblumen eine Alternative sein. Die benötigen weniger Wasser.
    Meiner Erfahrung nach gibt es viele Wiesenblumen, die davon profitieren, wenn der Rasen im Sommer vertrocknet. Sie halten meistens länger durch als das Gras und haben dann bessere Chancen sich auszubreiten. Auch Einjährige wie Mohn und Co. kommen dann oft wieder.
    Du kannst die Ausbreitung deiner Wiesenblumen unterstützen, indem du immer wieder offene Stellen in der Grasnarbe schaffst und neue Wiesenblumen einpflanzt. Auch immer wieder andere Arten ausprobierst, die gut an deinen Standort passen (nur diese können sich in deiner Blumenwiese gegen das Gras behaupten).

    Schön dass du mein Buch bestellt hast! Ich hoffe, es gefällt dir!
    Und toll, dass du die Plakette vom LBV erhalten und auch gut sichtbar aufgehängt hast! Eine super Initiative, so etwas fehlt uns hier im Norden noch.

    LG Mareike

  • #19

    Peggy (Sonntag, 26 Februar 2023 13:01)

    Hallo Mareike, ich muß noch kurz nerven ;-). Ja Skabiosen sind auch mit im Rasenfeld und die Witwenblume, die sich so wohl fühlt bei mir im Garten, dass die sich schon von alleine im hinteren ständig gemähten Rasen ansiedelte. Die ist auch in meiner Wildwiese gelandet. Ich werden im Frühjahr noch von meinen Sandthymian und Katzenminze Ableger in die Wiese setzen.
    Vor meiner Maht mit dem Rasenmäher (die Wuchshöhe war gerademal bei so ca. 10 cm) habe ich die harten Stängel mit der Hand abgesammelt (sind auf dem Großkomposter gelandet, der ausschließlich für die Viecher da ist). Dann habe ich auf eine Höhe von 6,5 cm gemäht, damit das Gras kürzer ist und die Stauden Licht und Luft bekommen. Meine Frage an Dich Wildwiesenfachfrau, ist es bei meinem Standort im Jahresverlauf eher trockenen und dem Wind ausgesetzter Fläche gut nur einmal im Frühjahr ab zu mähen, oder muß ich das Gras mit der Sichel immer wieder kurz halten? Aber damit würde ich wohl eher das Gras zum wachsen anregen. Ich bilde mir ein, wenn ich es auswachsen lasse, dann wird es "dünner"? Ist das so? Im trockenen Sommer wird es eh braun. Was ich vermeiden möchte, dass das vorhandene Gras die Stauden verdrängt.

    Meine Staudenliste:
    Margerite 'Maikönigin' (Leucanthemum
    Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
    Wiesensalbei (Salvia pratensis)
    Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
    Tauben-Skabiose (Scabiosa Columbaria)
    Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia
    Prachtkerze ‘Whirling Butterflies’ (Gaura lindheimeri)weil die so schön ist und ewig blüht, die Bienchen lieben die Prachtkerze

    vorhandener Wildwuchs:
    Gundermann
    Vogelmiere (die esse ich immer auf - bin nämlich eine Kräuterhexe ;-)ich iebe Wildkräutersalat)
    Gänseblümchen
    Löwenzahn
    Spitzwegerich

    Was sagst Du zu der Zusammenstellung? Was ich für eine Grassorte habe, keine Ahnung. Der Rasen war schon vorhanden, als ich hier einzog und ist überall mit allerlei Wildkräutern durchzogen. Ich mag das so und brauche ganz sicher keinen ordentlichen Rasen. Ich vertikutiere auch nie und dünge nicht. Hinten mähe ich mit einem Mulchmäher. Rasen habe ich hautsächlich für meinen Wuffi und weil ich finde, das eine Grasfläche meinen Wildbeeten eine optische Ruhe geben, quasi den Rahmen.
    Ich hoffe, ich bin nicht lästig. Schöne Grüße aus dem Nürnberger Land

  • #20

    Mareike (Sonntag, 26 Februar 2023 18:16)

    Hallo Peggy,
    aus der Entfernung ist es immer schwer mit einer Einschätzung, aber ich kann versuchen, dir ein paar Tipps zu geben, nach denen du dich richten kannst.
    Ich habe selbst eine Blumenwiese, die sehr trocken und sandig ist. Diese kann ich nur 1x im Jahr schneiden, weil auf ihr sehr wenig wächst und im Sommer alles vertrocknet. Eine zusätzliche Mahd würde die Blumen unter solch schwierigen Wachstumsbedingungen nur zusätzlich schwächen und die Samenbildung verhindern. (Wenn ich im Juni von oben auf diese Blumenwiese schaue, dann kann ich immer noch an vielen Stellen den Boden sehen. Wenn das bei dir auch so ist, dann wäre mein Tipp, nur 1x zu mähen.)

    Eine andere Blumenwiese von mir ist weniger sandig und trocken. Wenn ich sie nur 1x im Herbst oder Frühjahr mähe, wird der Aufwuchs im Juli so dicht, dass konkurrenzschwächere Blumen verdrängt werden. Wenn ich sie im Juni mähe, dann bildet sie im Gegensatz zur anderen Wiese einen weiteren Aufwuchs und neue Blüten. Diese mähe ich dann im Herbst oder Frühjahr ein weiteres Mal ab. (Wenn ich im Juni von oben auf diese Blumenwiese schaue, dann kann ich keinen Boden sehen. Wenn das bei dir eher so ist, dann würde ich 2x mähen.)

    Zu deiner Pflanzenliste: Sofern deine Blumenwiese eher trocken ist, könnte es für den Gr. Wiesenknopf schwierig werden. Er wächst natürlicherweise auf Feuchtwiesen. Der Kleine Wiesenknopf (S. minor) wäre dann besser geeignet. Zum vorhandenen Wildwuchs: Dabei handelt es sich um häufige Arten, die auf vielen Bodenarten gut gedeihen. Vor allem der Löwenzahn kann auch sehr verdrängend sein. Den würde ich im Auge behalten, wenn er sehr dicht an den Wiesenblumen wächst.

    Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter.

    LG Mareike

  • #21

    Peggy (Montag, 27 Februar 2023 08:42)

    Guten Morgen liebe Mareike, vielen Dank für den Tipp. Werde ich in meinem Kalender vermerken und im Juni entscheiden. Wenn ich darf, komme ich nochmal zum gegebenen Zeitpunkt auf Dich zu. Liebe Grüße

  • #22

    Mareike (Montag, 27 Februar 2023 18:39)

    Hallo Peggy,
    natürlich kannst du mir wieder schreiben, dafür ist die Kommentarfunktion doch da! :-)
    LG Mareike

  • #23

    Peggy (Dienstag, 20 Juni 2023 14:41)

    Hallo Mareike, da bin ich wieder :-).
    Ich habe ja meine vorhandene Rasenfläche zur Wiese insofern umgebaut, dass ich letztes Jahr vorgezogene Stauden in die Fläche zum vorhanden Rasen bzw. Gras gesetzt haben und einen breiten Streifen abgestochen und darin eine Wiesenmischung (vor 2 Jahren aber schon) eingesät hatte. Jetzt Juni 2023 blühen auf der eingesäten Fläche die 2-jährigen (Möhre etc. pp) und auch wenige Exemplarer der ersten einjährigen (Kornblume z.Bsp.). Die eingesetzten Stauden vom letzten Jahr blühen noch oder bald und das Gras ist nun am blühen, fast verblüht ziemlich lang zum Teil legt es sich auch hernieder. Zwischen den Grasstängeln haben sich sogar von den gesäten Blumen welche ausgesät. Die Grasmenge ist an manchen Stellen (richtige Flecken) noch in der Überhand.

    Soll ich das verblühte Gras stehen lassen, oder soll ich es ausrupfen bzw. abrupfen, oder sicheln? Wird durch das ausblühen und auswachsen lassen die Grasfläche mit der Zeit dünner? Ich seh schon a wengerl Boden im Gras.... wo evtl. Samen eine Chance haben. Wie gesagt, es hat sich schon etwas angesiedelt. Ich habe auch gelesen, dass von den Insekten so einige Gras brauchen auch für die Nachkommen.
    Ich bin nach wie vor unschlüssig, wie ich meine Wiese behandeln soll. Stehen lassen und am Ende des Winters erst wieder runter nehmen, auch das lange Gras?
    Ich danke Dir liebe Mareike

  • #24

    Mareike (Dienstag, 20 Juni 2023 20:23)

    Hallo Peggy :-)
    ob du deine Wiese schneiden solltest, hängt auch davon ab, ob sie sich nach dem Schnitt wieder erholen kann. Ist der Boden bei euch feucht genug, so dass die Stauden genug Wasser bekommen, um danach weiter zu wachsen und noch mal zu blühen?

    Für gewöhnlich fördert der Schnitt Ende Juni die Blumenvielfalt auf der Wiese und sollte nur weggelassen werden, wenn die Fläche durch Nährstoff- und/oder Wassermangel stark gestresst ist und kaum Aufwuchs hat.

    Wenn du das Gefühl hast, das Gras nimmt Überhand, dann mähe sie lieber Ende Juni ab. Am besten in mehreren Etappen, so dass den Insekten nicht auf einmal ihr kompletter Lebensraum genommen wird.
    Wenn du unsicher bist, dann mähe nur die Hälfte der Wiese und lass den Rest stehen. Mähe noch mal, und dann beide Seiten, im Herbst oder Frühling. Dann kannst du vergleichen und feststellen, welche Schnitthäufigkeit deiner Blumenwiese besser bekommt.

    LG Mareike

  • #25

    Peggy (Mittwoch, 21 Juni 2023 09:59)

    Danke Mareike für Deinen Tip, ich werde die größeren Grasflecken bearbeiten. Die Blumen aber stehen lassen, weil die meisten jetzt blühen und noch keine ausgereiften Samenstände haben. Mal sehen, was dabei rum kommt. Vielleicht steche ich auch noch Gras aus und setze weitere Stauden dazu. Ist ja ein echtes Experiment so ne Wiese :-).
    Nachdem wir etwas Regen bekommen haben (wenig), ist derzeit der Boden wieder feucht. Ich weiß, das hohe Gras hält besser die Feuchtigkeit und auch den Wind ab. Wiederum gut für die Blümchen und Stauden. Die trockene Phase haben alle fats alle bisher gut gemeister inkl. Gras. Leider sind die Glockenblumen vermißt und auch der Wiesensalbei war nicht so üppig blühend, wie der in meinen Beeten.
    Die Regeln der Verwandlung einer Rasenfläche in eine Wiese sind wohl doch sehr individuell
    handzuhaben :-) Schöne Grüße liebe Mareike

  • #26

    Mareike (Mittwoch, 21 Juni 2023 15:38)

    Hallo Peggy,
    wenn das Gras in diesem Sommer vertrocknet, lassen sich die Stellen anschließend einfacher mit Wiesenblumen-Saatgut oder Staudenpflanzungen aufbessern.
    Ich wünsch dir viel Erfolg mit deiner Blumenwiese!
    LG Mareike