3. Angepasste Pflege

Sind Saatbettbereitung und Aussaat geschafft, fehlen nur noch die richtigen Pflegemaßnahmen, damit sich die Blumenwiese gut entwickeln und dauerhaft attraktiv bleiben kann.

Bewässerung nicht vergessen

Eine Blumenwiese kann man eigentlich zu jeder Jahreszeit anlegen, die Hauptsache ist, es ist frostfrei. Meistens wird sie aber wohl im Frühling und Sommer angesät, so dass es wichtig ist, den Boden ausreichend feucht zu halten und regelmäßig zu beregnen, am besten die ganze Vegetationsperiode lang. Bei einer Aussaat im Spätherbst muss hingegen zunächst nicht gewässert werden, da es meistens feucht genug ist und die Keimung zum Teil erst im darauf folgenden Frühling einsetzt. Dann sollte man es aber nicht verpassen, wenn nötig rechtzeitig für Beregnung zu sorgen, da schon im zeitigen Frühjahr bei anhaltendem Niederschlagsmangel ein Teil der keimenden Pflanzen vertrocknen könnte.

Das passende Mahdkonzept

Eine Blumenwiese MUSS gemäht werden, anderenfalls bleibt sie nicht lange eine attraktive Wiese, sondern wird erst immer artenärmer und verbuscht schließlich. Dann war all die Mühe bei der Anlage umsonst. Ja, das Mähen kostet große Überwindung. Mit der Sense, dem Wiesen- oder Balkenmäher eine Schneise in die blühende Wiese zu schlagen tut weh, sorgt aber für neue Blüten im nächsten Aufwuchs oder im neuen Jahr, die es sonst nicht oder nur in verminderter Zahl gäbe.

 

Pflegeleichte trockene Magerwiese

Am einfachsten hat man es da mit einer trockenen Magerwiese. Hier reicht ein Schnitt im Jahr aus, am besten im frühen Herbst. Man kann aber auch jeweils im Mai und Oktober mähen, dann hat man ab Sommer noch mal eine reiche Blütenpracht, die bei der 1-Schnittvariante dann schon vorbei ist.

Wie oft man eine trockene Magerwiese mäht, hängt aber letztendlich vom Aufwuchs ab. Je trockener und nährstoffärmer, umso weniger wächst auch und umso seltener muss man mähen.

Üppiger Aufwuchs auf Fettwiesen

Je nährstoffreicher der Boden hingegen ist, desto mehr Biomasse bildet sich auf der Wiese, die regelmäßig herunter geholt werden muss. Zwei Schnitte im Jahr sind mindestens notwendig (Juni und September/Oktober), bei sehr wüchsigen Wiesen sind drei Schnitte besser (Mai, August, Oktober).

Man kann übrigens das Mähgut zwei bis drei Tage auf der Fläche liegen lassen, um eine Notreife und Aussamung der geschnittenen Blüten zu ermöglich. Danach sollte es aber unbedingt abgeräumt werden, um den darunter befindlichen Aufwuchs nicht zu behindern und eine Nährstoffanreicherung oder Vermoosung zu vermeiden.

Tipps

 

Auch zum Thema Pflege ist das Buch Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten von Reinhard Witt* sehr empfehlenswert. Darin werden detaillierte Pflegeanleitungen für jeden Wiesentyp gegeben sowie Sinn und Zweck der einzelnen Strategien erklärt.

 

Geeignete Mähgeräte und Technik

 

Blumenwiesen lassen sich i. d. R. nicht mit einem normalen Rasenmäher bearbeiten. Dafür sind die Stängel zu fest und/oder der Aufwuchs zu hoch. Zudem würden Rasenmäher einfach alles kurz und klein häckseln, auch die tierischen Bewohner der Wiese. Balkenmäher, Sense oder Sichel sind für diese Zwecke besser geeignete Arbeitsgeräte.

 

Für sehr kleine Blumenwiesen reicht eine Kleinsense* völlig aus, um den Aufwuchs schnell und schonend zu mähen.

 

Etwas größere Wiesen auf nährstoffreichen Böden lassen sich dagegen am besten mit der guten, alten Sense mähen. Beim Kauf sollte man aber auf Qualität achten, da feste Blumenstängel den günstigen Geräten schnell den Garaus machen können. Zu empfehlen ist bei zartem Aufwuchs die ganz normale Gartensense* , bei stängeligem Aufwuchs muss jedoch eine Wildwuchssense* her.

 

Blumenwiesen, die nur 1 x im Jahr im Herbst gemäht werden (so wie unsere), haben wegen der langen Entwicklungszeit sehr feste Stängel, die unbedingt mit einer robusten und stabilen Klinge bearbeitet werden müssen. Hierfür ist eine normale Gartensense nicht fest genug, eine stabile Wildwuchssense ist hingegen bestens geeignet.

 

Auf größeren Flächen kommt man irgendwann um den Einsatz von Mähtechnik nicht herum. Speziell für die Mahd von Wiesen sind Balkenmäher konstruiert. Diese mähen schonend, und das Mähgut kann im Anschluss frisch oder aber getrocknet als hochwertiges Wiesenheu verfüttert werden. Allerdings sind Balkenmäher alles andere als günstig und die Anschaffung lohnt sich nur bei Wiesen, die man nicht schafft, mit der Sense zu mähen.

 

Im Spätsommer sind nur noch Stängel auf unserer Wiese. Der Rasenmäher würde hier kapitulieren.
Im Spätsommer sind nur noch Stängel auf unserer Wiese. Der Rasenmäher würde hier kapitulieren.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Helmut Mehlhart (Mittwoch, 28 August 2019 10:44)

    Ist das wirklich ernst gemeint, daß man 20 cm Sand als Oberfläche benutzt (Katenklo) und keine Erde ? Das hab ich noch nie gesehen. Welchen Sand sollte man da nehmen ?

    Danke

  • #2

    Mareike (Mittwoch, 28 August 2019 15:03)

    Re: Helmut Mehlhart
    Ja, womit sandiger Boden gemeint ist (es muss kein reiner Sand sein). Manche Gärtner haben ja schon so einen, andere haben eher einen lehmigen Boden, der sich für Wiesenblumen schlechter eignet, da sie hier oft vom Gras verdrängt werden.
    Man kann direkt bei einem Kieswerk Sand besorgen oder bei einem Baustoffhandel. Auch feiner Kies ist geeignet. Beides ist i. d. R. unkrautfrei, weil es Unterboden ist. Etwas Kompost dazu oder ein wenig lehmigen (unkrautfreien) Unterboden und die Wildblumen finden ein ideales Saatbett vor (das von den Katzen nur so lange genutzt wird, bis es zugewachsen ist).
    Erde, so wie Muttererde, ist hingegen stark mit Unkrautsamen belastet und daher für die Anlage einer Blumenwiese nicht so gut geeignet.