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WILDBLUMENWIESE 2020: 3. SCHRITT - AUSSAAT

Jetzt wird's konkret! Sechs Wochen ist es nun her, seit ich das Saatbett für meine neue, kleine Blumenwiese vorbereitet habe. Seitdem hat die Fläche geruht und versucht, sich wieder etwas mit Bewuchs zu bedecken. Das ist ihr nur zum Teil gelungen.

 

Wie im 1. Artikel dieser Serie beschrieben, hatte ich die Fläche auf der rechten Seite durch tiefes Umgraben und Umschichten sehr gründlich vorbereitet. Auf dieser Seite habe ich nur drei kleine Pflänzchen gefunden. Also alles super.

Anders sah es auf der linken Seite aus. Hier war nach der Saatbettbereitung der eigentlichen Fläche eine Schicht Erde zurück geblieben, die ich ohne weiteren Arbeitseinsatz besäen wollte. Aber nach wenigen Wochen war bereits zu erkennen, dass die darunter wachsenden Pflanzen sich von der Erdschicht nicht von ihren Eroberungsplänen abhalten ließen.

Also haben wir sie doch noch umgegraben, aber nicht so aufwändig wie auf der rechten Seite, sondern ganz normal.

Jetzt habe ich immer noch zwei Saatflächen, die unterschiedlich vorbereitet wurden und die ich miteinander vergleichen kann.

 

So sah die Fläche eben noch aus. Mit Wurzeln, die Richtung Himmel gucken und Gras an den Rändern (zu der Holzumrandung komme ich später).

Das konnte für die Aussat nicht so bleiben! Dann wäre der ganze Aufwand umsonst gewesen, denn die Ausläufer bildenden Gräser und Kräuter (bei mir reichlich Quecke und Habichtskraut) hätten den freigeräumten Platz schnell zurückerobert und die ausgesäten Jungpflanzen arg bedrängt.

Deswegen wichtig: Unmittelbar vor der Aussat noch einmal sämtlichen Bewuchs entfernen! Dazu gehören auch die vielen kleinen Ausläuferstücke, die beim Umgraben entstehen. Diese treiben sonst wieder aus.

Bei uns hat es seit Wochen nicht geregnet. Dementsprechend war der Oberboden schon ziemlich trocken, obwohl ich hin und wieder gegossen hatte. Deswegen habe ich im nächsten Schritt die Fläche so bewässert, dass sie mehrere Zentimeter tief gut durchnässt wurde.

Warum habe ich das schon vor der Aussaat gemacht? Unser Grundstück ist ein Hanggrundstück. Jeder Wassertropfen fließt hangabwärts, auch bei moderater Bewässerung, und nimmt dabei die Samenkörner mit. Deswegen habe ich vor der Aussaat gründlich gegossen, um später immer nur leicht die Oberfläche benetzen zu müssen.

Als nächstes habe ich die torffreie Blumenerde ausgebracht (unkrautfreier Kompost vom eigenen Grundstück ist aber die bessere Alternative).

Warum ist das wichtig? Wenn die Saatfläche aus sehr magerem Sandboden besteht, der selbst kaum Wasserbindungsvermögen besitzt, trocknet sie bei sonnigem Wetter an der Oberfläche zu schnell aus. Die organischen Bestandteile des Komposts/der Blumenerde können das Wasser länger halten und verbessern so die Keimbedingungen für die Samen. Außerdem liefern sie den Jungpflanzen eine Portion Nährstoffe, die sie auf dem nährstoffarmen Sandboden anfangs gut gebrauchen können.

 

Mit der Kompostmenge sollte man es aber auch nicht übertreiben. Eine dünne Schicht genügt.

Diese wird zunächst gleichmäßig verteilt...

... und dann mit der Harke in die oberste Bodenschicht eingearbeitet.

Jetzt wartet man auf die Abnahme durch den Prüfschmetterling. Dieser testet mit seinem Rüssel die Wasser- und Nährsalzkonzentration der Krume. Wenn er länger als 10 Sekunden sitzen bleibt, ist das Nährstoffverhältnis für seine zukünftigen Wiesenblumen okay. 😉

Aber nun zum Saatgut. Ich hatte mich für eine reine Wiesenblumenmischung entschieden, die ich selbst mit einer Grasart ergänzen wollte. Dafür habe ich das Gewöhnliche bzw. Wohlriechende Ruchgras gewählt. Und weil ich noch Saatgut von der Karthäusernelke hatte, kam diese auch noch dazu.

Um beim Aussäen eine gleichmäßige Verteilung des Saatgutes auf der Fläche zu erleichtern, enthalten einige Blumenwiesenmischungen schon von Seiten des Herstellers eine Aussaathilfe (irgendein körniges Substrat). Mein Saatgut enthielt das nicht. Man kann diese aber auch ganz einfach selbst ergänzen, indem man Sägespäne oder trockenen, feinen Sand verwendet.

Als Aussaathilfe habe ich gesiebten Unterboden von unserem Grundstück verwendet.
Als Aussaathilfe habe ich gesiebten Unterboden von unserem Grundstück verwendet.

Die Aussaathilfe und das Saatgut werden nur noch gut vermischt...

.. und auf der Fläche gleichmäßig verteilt und angedrückt. Das Andrücken hab ich mit der Rückseite einer Schaufel gemacht.

Anschließend habe ich noch mal vorsichtig gegossen und fertig ist die Aussaat! Jetzt kann man entspannt die Füße hochlegen.

Es sei denn, das Saatbett befindet sich direkt am Fuße des Vogel-Futterhäuschens. Dann ist relativ schnell Gefahr in Verzug.

Hier kommt der Holzrahmen in's Spiel. Denn leider kann man das Saatgut nicht mit Erde bedecken, weil sonst viele der feinen Wiesenblumensamen nicht keimen können. Deshalb haben wir aus ein paar Brettern einen Rahmen gefertigt und mit Kulturschutzvlies bespannt. Nun wird das Saatgut nicht von den Vogelscharen aufgefressen, die den Boden hier täglich nach Futter absuchen.

 

Aber keine Angst, so ein Aufwand ist normalerweise nicht nötig.

 

Wirklich wichtig ist hingegen, das Saatbett in den nächsten Wochen immer feucht zu halten, denn ein Austrocknen kann im Nu alle Bemühungen zunichtemachen.



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