Artenschutz im Naturgarten – Welchen Vogelarten wir mehr Beachtung schenken sollten.

Blaumeise im Garten
Blaumeise

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen. Durch intensive Land- und Forstwirtschaft verarmt unsere Natur immer mehr und kann vielen ihrer Bewohner nicht mehr ausreichend Nahrung und Lebensraum bieten. Viele Vogelarten findet man schon heute häufiger in Siedlungen als in der freien Landschaft, auch wenn das bis vor einigen Jahren noch nicht der Fall war. Kohlmeisen, Amseln und Rotkehlchen sind nur einige Beispiele für diese Umsiedler. In unseren Gärten wachsen mehr Blumen und Früchte, gibt es mehr kleinräumige Strukturen zum Brüten, Verstecken und zur Nahrungssuche und sogar vernetzte Biotope (z.B. Hecken oder Teiche) findet man hier. Und je naturnaher ein Garten daher kommt, umso mehr Vogelarten finden sich in ihm.

Junge Waldohreule im Abendlicht
Junge Waldohreule

Die Bedeutung von Siedlungsräumen für den Artenschutz rückt deshalb bei Biologen und Umweltschützern immer stärker in den Fokus mit der Frage: Was können wir für seltene Vogelarten tun? Doch welche Vogelarten sind eigentlich selten? Jene Vögel, die in Deutschland als gefährdet gelten, weltweit jedoch durchaus große, stabile Vorkommen aufweisen? Oder Arten, deren Anteil an der Weltpopulation sich schwerpunktmäßig in Europa und insbesondere Deutschland befindet und für die wir deshalb eine besondere Verantwortung tragen? Diesem Thema hat sich der Ornithologe Martin Flade gewidmet und damit interessante Erkenntnisse gewonnen. Einige unserer Vogelarten, die sich hier scheinbar überall tummeln, sind nämlich keineswegs Allerweltsarten. Ihr deutscher Anteil an der Gesamtpopulation ist relativ hoch, in einigen Fällen macht er sogar den größten Teil an der Gesamtpopulation aus. Das bedeutet, dass diese Vögel bei uns zwar häufig beobachtet werden können, in unseren Nachbar- und anderen EU-Ländern schon seltener werden oder gar nicht mehr vorkommen. Darunter sind etliche Arten, die auch in unseren Gärten (immer) häufiger anzutreffen sind.

Folgende Vögel, die auch in Gärten vorkommen, zählen zu diesen Arten:

Sommergoldhähnchen
Girlitz
Blaumeise
Kohlmeise
Sumpfmeise
Tannenmeise
Mönchsgrasmücke
Klappergrasmücke
Heckenbraunelle
Gartenbaumläufer

Bachstelze
Grünfink
Kleiber
Singdrossel
Misteldrossel
Kernbeißer
Amsel
Buntspecht
Ringeltaube
Waldohreule


Treffen wir diese Vögel in unseren Naturgärten an, dann können wir uns schon mal sicher sein, dass wir einen guten Beitrag zum Artenschutz leisten. Sind einige noch nicht da oder nur hin und wieder zu Besuch, können wir natürlich versuchen, die Lebensbedingungen für sie noch zu verbessern und sie dauerhaft in unsere Gärten zu locken.