Ein naturnaher, fischfreier Teich

Lage

Wenn das eigene Grundstück mehrere Möglichkeiten zulässt, dann gilt die erste Überlegung bei der Anlage eines artenreichen Kleingewässers dem idealen Standort. Ist für den Teich eine sonnige Lage besser geeignet als eine schattige? Worin unterscheiden sich diese Standorte? Dazu hier eine kleine Übersicht:

sonnig


Pro

  • starkes Pflanzenwachstum
  • arten- und blütenreiche Ufervegetation
  • schnelle Entwicklung von Amphibienlarven
  • dünnere und kürzere Vereisung im Winter
  • früher einsetzende Vegetation und Lebensaktivität im Frühling und später einsetzende Ruhepause im Herbst/Winter
  • größere Artenvielfalt aber wenig Mücken*

 

Kontra

  • Verlandungsprozesse laufen schneller ab
  • eventuell zu starke Wassererwärmung im Sommer mit Sauerstoffmangel und dadurch Absterben von Teichlebewesen
  • starkes Algenwachstum

schattig


Pro

 

  • langsamere Verlandung
  • Wasser bleibt auch im Sommer kühl und sauerstoffreich
  • geringeres Algenwachstum

 

Kontra

 

  • wenn im Baumschatten gelegen, dann durch Laubfall starke Nährstoffanreicherung
  • artenärmere Ufervegetation
  • kaum laichende Amphibien und wenn doch, dann teils zu langsame Entwicklung der Larven
  • dickere und längere Vereisung im Winter
  • später einsetzender Aktivitätsbeginn im Frühling und früher einsetzende Ruhepause im Herbst
  • geringere Artenvielfalt aber mehr Mücken*

* Generell sind Mücken im besonnten, fischfreien Teich kein Problem, denn die Larven werden von zahlreichen Wasserbewohnern, wie Libellenlarven, Wasserkäfern (-larven), Molchen u. a. verspeist. Nur in der Einlaufphase kurz nach der Anlage des Teiches, wenn sich noch nicht genug Fressfeinde eingefunden haben, kann es für einen kurzen Zeitraum zur Vermehrung kommen.

Sonnige und schattige Standorte haben beide ihre Vor- und Nachteile, wobei die Vorteile einer sonnigen Lage überwiegen. Dennoch bleibt die Gefahr von Überhitzung und Sauerstoffmangel im Sommer.

 

Ideal ist deshalb eine Kombination, also eine halbschattige Lage mit einer Beschattung der Teichfläche während der Mittagszeit. Diese vereint die Vorteile der sonnigen Lage, vermindert aber die Gefahr einer zu starken Wassererwärmung im Hochsommer.
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Teichtiefe

Der Teich sollte an seiner tiefsten Stelle mindestens einen Meter tief sein. Diese Tiefe ist wichtig für die Stabilität des Teichwassers im Sommer. Wenn bei Hitze die Wassertemperaturen an der Oberfläche und in der flachen Uferzone steigen, reguliert das kühlere Tiefenwasser die gesamte Temperatur des Teiches.


Aber vor allem im Winter ist diese Tiefe von großer Bedeutung. Die meisten tierischen Bewohner sind im Winter auf eine frostfreie Zone im Wasser angewiesen. Hierhin ziehen sie sich im späten Herbst zurück und vergraben sich im Schlamm.

 

Bei strengem Frost bieten nur die Teiche eine frostfreie Zone, die tatsächlich tief genug angelegt wurden. Überwintern Frösche und Kröten aus Mangel an Alternativen in zu flachen Teichen, gibt es in kalten Wintern mit lang anhaltendem Frost oft große Verluste in ihren Populationen.

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Zonen

 

Ein Teich, der in verschiedene Zonen eingeteilt ist, ist vielfältiger und bietet mehr Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

 

Am Ufer eine breite Sumpfzone, die zwar ständig feucht, aber nicht überflutet ist, dient als Beet für eine Vielzahl attraktiver Sumpf- und Uferpflanzen und als Jagdrevier für Amphibien und Reptilien.

 

In der Flachwasserzone befindet sich die Kinderstube für die Larven der unterschiedlichsten Kleintiere, Libellen, Molche, Kröten und Frösche.

 

In den Schlamm der Tiefwasserzone ziehen sich die spezialisierteren Tiere zurück, die hier die abgestorbene, organische Substanz abbauen. Außerdem dient dieser Bereich den Teichbewohnern als frostfreier Platz für die Überwinterung.
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Stufen

Damit Pflanzen der verschiedenen Wassertiefen gut anwachsen, hat sich das Einteilen in Zonen als sehr hilfreich erwiesen. Dabei fällt das Teichufer stufenweise ab, und auf die horizontalen Stufenflächen werden die Pflanzen gesetzt.

 

Bei einem möglichst naturnahen Teich sollten diese Stufen nicht zu steil angelegt werden. Je flacher die Kanten abfallen, umso besser für die Bewohner, vor allem in Folienteichen.

 

An zu steilen Kanten haftet kein Sand, so dass hier oft die unansehnliche Teichfolie zu sehen ist. Diese bietet keinen Schutz für Larven und Kleinlebewesen und kann vor allem am Ufer von einigen Tieren nicht oder nur schwer überwunden werden.


Aus diesem Grund muss am besten am gesamten Teich auf steile Ausstiegskanten verzichtet werden. Nicht nur Teichbewohner, auch trinkende Tiere wie z. B. Igel verenden jedes Jahr in großen Zahlen, weil sie an glatten und steilen Teichkanten nicht mehr herausklettern können.
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Abdichtung zum Erdreich

Die Frage der Abdichtung ist oft eine Frage des Budgets. Ein Verdichtungshorizont, wie er dem natürlichen Vorbild entspricht und im Garten durch eine gestampfte Tonschicht nachgebildet wird, ist eine teure Angelegenheit. Nicht nur das Material, auch eine Teichbaufirma muss bezahlt werden, denn die Verarbeitung des Tons ist nicht einfach.

 

In der Praxis hat diese Form der Abdichtung vor allem bei schwankenden Wasserständen ihre Schwächen, da ein Austrocknen der Tonschicht Risse verursacht, die bei einem anschließenden Wasseranstieg nicht wieder vollständig zuquellen.


Die beliebteste und günstigste Methode ist die der Abdichtung mit einer Teichfolie. Stärke und Material der Teichfolie entscheiden hierbei über die Langlebigkeit des Gewässers. Sie sollte mindestens 1 mm dick sein, um den starken Wurzeln einiger Wasserpflanzen möglichst lange standhalten zu können.

 

Als Material bietet Kautschuk (EPDM) viele Vorteile gegenüber PVC-Folien. Eine deutlich längere Haltbarkeit (50 statt 20 Jahre), Unempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung, höhere Zugfestigkeit und leichtere Verarbeitung sind einige davon.

 

Aus ökologischer Sicht aber besonders hervorzuheben sind die Tatsachen, das EPDM-Folien im Gegensatz zu PVC-Folien keine schädlichen, entweichenden Weichmacher enthalten und vollständig recycelbar sind.

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Bepflanzung

Frei im Wasser schwimmende Pflanzen

Botanischer Name Deutscher Name    
Callitriche palustris Sumpf-Wasserstern    
Ceratophyllum demersum Raues Hornblatt    
Hydrocharis morsus-ranae Europäischer Froschbiss    
Lemna minor Kleine Wasserlinse    
Lemna trisulca Dreifurchige Wasserlinse    
Stratiotes aloides Krebsschere    
Utricularia vulgaris Gewöhnlicher Wasserschlauch    

 

Pflanzen für die Tiefwasserzone (ab 50 - 60 cm Tiefe)

Botanischer Name Deutscher Name
Myriophyllum spicatum Ähriges Tausendblatt
Myriophyllum verticillatum Quirliges Tausendblatt
Najas marina Großes Nixenkraut
Nuphar lutea Gelbe Teichrose
Nymphaea alba Weiße Seerose
Nymphoides peltata Europäische Seekanne
Potamogeton crispus Krauses Laichkraut
Potamogeton natans Schwimmendes Laichkraut

 

Pflanzen für den Flachwasserbereich (ca. 10- 30 cm Tiefe)

Botanischer Name Deutscher Name
Alisma plantago-aquatica Froschlöffel
Butomus umbellatus Schwanenblume
Calla palustris Drachenwurz/Sumpfkalla
Carex pseudocyperus Scheinzypergras-Segge
Glyceria maxima Wasser-Schwaden
Hippuris vulgaris Tannenwedel
Hottonia palustris Wasserfeder
Iris pseudoacorus Sumpfschwertlilie
Mentha aquatica Wasserminze
Menyanthes trifoliata Fieberklee
Persicaria amphibia Wasser-Knöterich
Rorippa amphibia Wasser-Sumpfkresse
Sagittaria sagittifolia Gewöhnliches Pfeilkraut
Schoenoplectus lacustris Gewöhnliche Teichbinse
Sparganium erectum Ästiger Igelkolben
Trapa natans Wassernuss

 

Pflanzen der wechselfeuchten Sumpfzone

Botanischer Name Deutscher Name
Caltha palustris Sumpfdotterblume
Epilobium hirsutum Zottiges Weidenröschen
Eriophorum latifolium Breitblättriges Wollgras
Equisetum palustre Sumpf-Schachtelhalm
Eupatorium cannabinum Gewöhnlicher Wasserdost
Euphorbia palustris Sumpf-Wolfsmilch
Filipendula ulmaria Echtes Mädesüß
Geranium palustre Sumpf-Storchschnabel
Geum rivale Bach-Nelkenwurz
Inula britannica Wiesen-Alant
Iris pseudacorus Sumpf-Schwertlilie
Iris sibirica Sibirische Schwertlilie
Juncus effusus Flatter-Binse
Lychnis flos-cuculi Kuckuckslichtnelke
Lycopus europaeus Ufer-Wolfstrapp
Lysimachia thyrsiflora Straußblütiger Gilbweiderich
Lysimachia vulgaris Gewöhnlicher Gilbweiderich
Lythrum salicaria Gewöhnlicher Blutweiderich
Mentha longifolia Rossminze
Parnassia palustris Sumpfherzblatt
Phalaris arundinacea Rohrglanzgras
Potentilla palustris Sumpf-Blutauge
Stachys palustris Sumpf-Ziest
Succisa pratensis Teufelsabbiss
Symphytum officinale Echter Beinwell
Thelypteris palustris Sumpffarn
Valeriana officinalis Echter Baldrian
Veronica longifolia Langblättriger Ehrenpreis


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