EINE REPTILIENBURG FÜR SCHLANGEN UND EIDECHSEN

Reptilienburg aus Feldsteinen; Steinhaufen
Professionell angelegte Reptilienburg für ein Schlangenschutzprojekt in Schleswig-Holstein (Wildes Moor, Osterrönfeld)

Hast du Eidechsen oder sogar Ringelnattern in deinem Garten und möchtest ihren Lebensraum verbessern? Oder möchtest du die urigen Tiere aus der Umgebung in deinen Garten locken? Dann hast du bestimmt schon davon gehört, dass du dafür einen oder mehrere Steinhaufen anlegen kannst. Von solchen Haufen werden Eidechsen und Schlangen magisch angezogen, weil sie sich dort sowohl sonnen als auch verstecken können.

Deren Anlage ist also eine sehr gute Idee! Aber reicht es, einfach ein paar Steine aufzuschütten?

Nicht ganz. Wenn du es richtig gut machen möchtest, dann baue eine Reptilienburg, die nicht nur Sonnenplätze und Versteckmöglichkeiten bietet, sondern auch einen frostfreien, trockenen Ort für eine sichere Überwinterung.

Wie das geht, erfährst du hier.

BAUANLEITUNG FÜR EINEN REPTILIEN-STEINHAUFEN MIT ÜBERWINTERUNGSPLATZ

STANDORT

 

Zuerst brauchst du den optimalen Platz im Garten, schließlich wollen sich die Tiere dort vor allem aufwärmen. Ein sonniger Standort ist dafür die wichtigste Voraussetzung.

 

Trotzdem darf sich in der Nähe auch dichte Vegetation befinden, z.B. niedrige bis mittelhohe Hecken, Solitärsträucher oder kleinere Bäume. Diese dienen dem Sichtschutz und liegen am besten an der Nordseite des Haufens, so dass nur eine minimale Beschattung auftritt.

 

Ein deckungsreicher, niedriger Bewuchs in der gesamten Umgebung der Reptilienburg wird von Eidechsen und Ringelnattern sehr geschätzt, weil sie hier geschützt auf Nahrungssuche gehen können. Eine Wildblumenwiese eignet sich perfekt dafür.

Unter dem Bewuchs befindet sich unsere nach Süden ausgerichtete Reptilienburg.
Unter dem Bewuchs befindet sich unsere nach Süden ausgerichtete Reptilienburg.

LOCH AUSHEBEN

 

Auf einer Fläche von mind. 1,5 x 1,5 m kannst du nun ein recht tiefes Loch ausgegraben. In dauerhaft wintermilden Gebieten kann eine Tiefe von 40 cm ausreichen, besser sind aber 60 - 80 cm oder noch mehr. Dann kann auch ein Ausnahmewinter mit strengem Dauerfrost weniger Schaden unter den Tieren anrichten.

 

Ist der Grund der ausgehobenen Grube wasserdurchlässig, kannst du gleich mit dem Befüllen beginnen. Ist er jedoch verdichtet, z. B. durch eine Lehm- oder Tonschicht, buddele lieber noch ein wenig tiefer und bedecke den Grund mit einer 10 - 20 cm dicken Schicht aus Kies oder Schotter. Andernfalls könnten die Reptilien in sehr feuchten Wintern ertrinken oder anderweitig durch das Wasser Schaden nehmen.

BEFÜLLEN

 

Das Loch kann nun bis zu einer Höhe von mindestens 60 cm über der Erdoberfläche mit Steinen befüllt werden, die einen Durchmesser von mind. 20 - 30 cm aufweisen. Bei kleineren Steinen würden sich keine ausreichend großen Schlupflöcher bilden, durch die die Eidechsen und Schlangen in das Innere des Haufens gelangen. Die Steine können auch mit dicken Ästen, Baumstrünken und großen Holzscheiten (kein Nadelholz) sowie etwas Laub vermischt werden.

 

Mit kleineren Steinen (10 - 20 cm) kannst du anschließend den Steinhaufen auf eine Höhe von ca. 1 m vergrößern.


Werbung*



ABDECKUNG

 

Einen Teil der ausgegrabenen Erde kannst du nun auf der Windseite des Steinhaufens (bei uns Westen) und auf der Nordseite 20 - 30 cm dick aufgebringen und bepflanzen (z. B. mit Besenheide und Gräsern, s. Bild ganz oben). Das schützt vor eindringendem Regenwasser und Wind.

 

Ein zwischen der aufgebrachten Erde und den Steinen ausgelegtes Pflanzvlies verhindert, dass die Erde bei stärkerem Regen in die Steinzwischenräume gespült wird.

SANDFLÄCHE

 

Auf der Südseite (S, SO und SW) kannst du abschließend noch eine mindestens 50 cm breite und 30 cm tiefe Sandfläche aus reinem, nährstoffarmem Sand anlegen, in der z. B. Zauneidechsen ihre Eier ablegen können. Diese solltest du regelmäßig von Bewuchs befreien, weil sie sonst nicht mehr zur Eiablage genutzt wird.

Zauneidechsen-Weibchen bei der Eiablage auf einer nur leicht bewachsenen, mageren Sandfläche.
Zauneidechsen-Weibchen bei der Eiablage auf einer nur leicht bewachsenen, mageren Sandfläche.

Ein sehr schönes Video mit Bildern vom Bau einer Reptilienburg nach dieser Anleitung hat dankenswerterweise Karl-Heinz Strohmeyer zur Verfügung gestellt (Fotos von Sophie Strohmeyer).

GEFAHRENQUELLEN BESEITIGEN

 

Eidechsen und Schlangen können eine so komfortable Reptilienburg natürlich nur besiedeln, wenn die nähere Umgebung nicht zur Todesfalle wird. Gefahrenquellen (z. B. Schächte, Gartentechnik, Haustiere) sind üblicherweise im Garten reichlich vorhanden, aber mit einfachen Maßnahmen lassen sich die meisten von ihnen beseitigen oder zumindest abmildern.

Keine Zauneidechse, aber eine Waldeidechse genießt die Herbstsonne auf dem Rindenstück oben auf unserer Reptilienburg.
Keine Zauneidechse, aber eine Waldeidechse genießt die Herbstsonne auf dem Rindenstück oben auf unserer Reptilienburg.

ABWARTEN

 

Ist die Reptilienburg fertig angelegt, heißt es abwarten. Manchmal kommen die Tiere schnell, manchmal spannen sie einen auch gewaltig auf die Folter. Am Anfang brauchst du aber ein bisschen Geduld, weil die Anlage erst einmal in Ruhe einwachsen muss. Denn die scheuen Tiere bevorzugen meistens den natürlichen Look und der muss sich mit der Zeit erst einstellen.

 

Erst wenn nach mehreren Jahren noch keine Reptilien vorbeigeschaut haben, obwohl es sie in der näheren Umgebung gibt, solltest du über Verbesserungsmöglichkeiten nachdenken. Manchmal sind es kleine Stellschrauben auch an anderen Stellen im Garten, an denen du noch drehen kannst, die dann aber eine große Wirkung zeigen.

Sehr gute Ideen dazu findest du in meinem Buch:

Einen Eindruck von den Ringelnattern in unserem Garten und vom Bau eines Bruthaufens vermittelt dieser kurze Beitrag von der Naturfilmerin Dorte von Stünzner: 


Unsere neue Reptilienburg am Terrassenhang:

Wenn Ringelnattern die Reptilienburg nutzen, dann fehlt eigentlich nur noch ein Ringelnattern-Bruthaufen:


Kommentar schreiben

Kommentare: 37
  • #1

    Christina Schivo (Mittwoch, 01 April 2020 20:31)

    Vielen Dank für diese tolle Anleitung! Diese Reptilienburg ist nicht nur nützlich, sondern sieht einfach genial aus.

  • #2

    Mareike (Donnerstag, 02 April 2020 13:42)

    Ja, ich finde auch, dass sie sich einfach so im Garten auch ganz gut macht. :-)

  • #3

    Eva (Freitag, 17 April 2020 17:17)

    Hallo,
    vielen Dank für die nützlichen Tipps. Wir haben jetzt festgestellt, dass wir in unserem kleinen "Wassergärtle" das Reptil des Jahres haben, eine oder mehrere Zauneidechsen. Dort hatte der Vorbesitzer große Eimer mit Deckel und Sand aufgestellt (Sitzplätze) und diese wurden wohl sogar zur Eiablage genutzt, Eingang war an einem seitlichen Riss. So ganz passt der feucht moorige, eher schattige Garten nicht in den sonnig, steinig trockenen Lebensraum der Echsen. Aber es scheint ihnen dort zu gefallen und das möchten wir jetzt noch besser machen. Aber ich frage mich, ob es sinnvoll ist, das Loch zu graben, wenn der Untergrund zu starken Regenzeiten im Wasser steht. Aber was wäre die Alternative für ein trockenes und vor allem frostfreies Winterquartier? Ich frage mich, wo dieses aktuell dort sein könnte...
    Viele Grüße, würde mich sehr über eine Antwort freuen, Eva

  • #4

    Mareike (Freitag, 17 April 2020 20:46)

    Hallo Eva,
    ich war grad auf eurer Seite und finde eure Pflanzenauswahl richtig toll! Aber zunächst erst mal herzlichen Glückwunsch zu den Zauneidechsen! Die hätte ich auch soooo gerne!
    Sehr interessant, dass sie bei euch sogar in sandgefüllten Eimern ihre Eier legen. Möglicherweise ist es das, was ihnen fehlt: geeignete, sandige Flächen für die Eiablage. Einfache Sandhaufen sind dafür ja auch sehr gut geeignet.
    Zu der Reptilienburg: Ein 60-80 cm tiefes Loch auf einem wechselfeuchten Standort ist tatsächlich nicht ideal. Eine Alternative wäre, sie komplett oberirdisch zu bauen mit einer Überwinterungskammer im unteren Teil der Burg. Diese sollte auf einer Drainageschicht (also Kiesel oder Schotter) liegen und innen ruhig etwas gepolstert sein (z. B. mit Laub). Damit die Eidechsen im Winter nicht erfrieren, bräuchte die Burg im unteren Bereich noch eine dicke Erdschicht rundherum. Das ist dann fast so, als würde sie hochwassersicher auf einem kleinen Hügel stehen.
    Ich hoffe, das hilft euch weiter!
    LG Mareike

  • #5

    Strohmeyer, Karl-Heinz (Montag, 27 April 2020 13:31)

    Ich bedanke mich für die fantastische Anleitung. Ich habe den Bau filmtechnisch festhalten lassen und neckisch aufgearbeitet. Dabei habe ich Bezug zu Ihren Ausführungen genommen.
    Siehe bitte http://www.wachtelhund-waldlaeufer.de/ oder auch auf Youtube: https://youtu.be/svhEfiI51Cw

  • #6

    Cornelia Käser-Vetsch (Freitag, 26 Juni 2020 12:49)

    Vielen Dank für die ausführliche und praktische Anleitung.
    Gerade mit Katzen bietet eine Reptilienburg für die Tiere mehr Sicherheit zum Verstecken.
    Ein riesen Dankeschön für dein Engagement zu Gunsten der Reptilien, die in Siedlungsgebieten immer mehr verdrängt wird. (es muss ja immer perfekt durchdesignt und sauber sein...)
    Ich bin begeistert und kann jetzt loslegen, damit meine Gartenbewohner noch ein grösseres Habitat erhalten.

  • #7

    Mareike (Freitag, 26 Juni 2020 13:05)

    Hallo Cornelia,
    vielen Dank für die lieben Worte! Ich bin froh, dass ich durch diese Website so viel Rückmeldung von engagierten Naturliebhabern bekomme, die es eben anders machen und ihren Garten naturnah und tierfreundlich gestalten. Das freut mich immer riesig! :))
    LG Mareike

  • #8

    Jolanta Wolff (Dienstag, 21 Juli 2020 16:23)

    Zuerst dachte ich: großartig, diese Anleitung. Endlich mal jemand, der es ernst meint mit dem Naturschutz. Aber dann habe ich gelesen, dass Hr. Strohmeyer sich für die Drückjagd einsetzt. Ich persönlich fühle mich davon total abgestoßen. Wie kann man Reptilien schützen wollen und gleichzeitig Tiere zu Tode hetzen????
    Jolanta Wolff

  • #9

    Angie (Montag, 17 August 2020 10:31)

    Hallo, eine tolle Anleitung zum bauen. Wir haben viele Eidechsen bei uns auf dem Gelände und haben nun nach Anleitung angefangen das neue Eidechsenzuhause zu bauen.
    Das Erdloch ist jetzt ebenerdig mit Steinen gefüllt, heute Abend kommt der Rest, dann geht's ans Bepflanzen. Nun hatten wir heute Nacht ein ziemliches Gewitter mit Starkregen als ich heute Morgen nach schaute stand das ganze Loch unter Wasser. Das Loch ist wie beschrieben 1,5 x 1,5 und wir haben es 80 cm tief gemacht und mit Schotter gefüllt, dann erst mit den Steinen angefangen. Nachdem ich das heute Morgen gesehen habe mit dem Wasser, mache ich mir jetzt natürlich sorgen, können die Eidechsen ertrinken? Oder merken die das rechtzeitig und gehen nach oben? Sicher wird das weniger wenn ein Teil bepflanzt ist aber ist das dann OK? Über eine Antwort würde ich mich wirklich sehr freuen, Danke.
    Viele Grüße
    Angie

  • #10

    Mareike (Montag, 17 August 2020 11:34)

    Hallo Angie,
    schön dass ihr eine Reptilienburg für eure Eidechsen baut! :))
    Im Sommer ist die Gefahr, dass die Eidechsen nach einem Starkregen ertrinken, gering, weil sie agil sind und sich in Sicherheit bringen können. Im Winter sieht das natürlich anders aus. Weil sie sich bei Kälte nicht bewegen können, darf es dann nicht zu Überschwemmungen kommen. Um zu verhindern, dass sich das Loch mit Wasser füllt, sollte deshalb zwischen den Steinen und der darüber liegenden, bepflanzten Erdschicht ein Pflanzvlies ausgebracht werden. Dieses verhindert, dass die schützende Erde bei Starkregen weggespült wird. So gelangt nur noch ein Bruchteil des Regenwassers hinein. Das gilt besonders für frisch angelegte Reptilienburgen, die noch nicht ausreichend bewachsen sind.
    Wichtig ist auch, dass kein Wasser seitlich in die Burg fließen kann. Das ist z. B. der Fall, wenn die Burg in einer Senke oder an einem Hang gebaut wurde. Am besten ist immer ein Standort, der etwas erhöht liegt. Am Hang und auf ebenen Flächen kann man auch einen Sandwall rund um die Burg entlang der äußersten Steinschicht bauen. Dieser leitet bei Starkregen das oberflächlich fließende Wasser um die Burg herum.
    LG Mareike

  • #11

    Angie (Montag, 17 August 2020 11:52)

    Hallo Mareike,
    vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ja das Pflanzvlies sollte schon noch drauf kommen.
    Ich mache mir jetzt nur Sorgen ob das ausreicht. Neben unserem Grundstück ist eine Wiesenfläche die etwas tiefer liegt, dort wird wohl Regenwasser vom gegenüberliegenden Gebäude rein gelassen. Wenn es stark regnet steht dort immer das Wasser. Ich mache mir nun Sorgen das deswegen das Wasser in unsere Burg nicht abfließen kann. Als ich eben geschaut habe steht das Wasser immer noch drin. Gerne kann ich mal ein Foto machen und schicken. Wir sind im Rhein-Main Gebiet und die Winter werden bei uns nicht wirklich kalt. -10 Grad ist schon eine Seltenheit. Ich möchte natürlich nicht das unsere Eidechsen im Winter ertrinken. Ich bin total unschlüssig ob wir das Projekt an der Stelle abbrechen sollen. Du kannst mir auch gerne per Email antworten. Angie.wolf@cruiser-center.de LG Angie

  • #12

    Sabine (Dienstag, 08 September 2020 17:38)

    Hallo, ich finde die Anleitung sehr schön und plane ebenfalls den Bau einer Eidechsenburg. Hierzu meine Frage: wie empfindlich sind eidechsen gegen Lärm von in der Nähe spielende Kindern, freilaufenden Gänsen und vorbeifahrenden Traktoren? Dies würde nämlich die Standort Suche extrem beeinflussen.
    Lg sabine

  • #13

    Mareike (Dienstag, 08 September 2020 20:48)

    Hallo Sabine,
    gegen den Lärm sind Eidechsen weniger empfindlich, wenn sie ansonsten an der Reptilienburg und in der unmittelbaren Umgebung ungestört bleiben. Wenn sich allerdings Personen und Tiere häufig der Burg dicht nähern und die Tiere ständig flüchten müssen, kann sie das vertreiben.
    Da scheint es aber auch regionale Unterschiede zu geben. Dort, wo Eidechsen noch recht häufig vorkommen und die Bedingungen ansonsten gut sind, scheinen sie weniger störungsempfindlich zu sein als in Gebieten, wo es sie nur noch in geringer Zahl gibt.
    Ich drück die Daumen für dein Eidechsen-Projekt!
    LG Mareike

  • #14

    Tania (Montag, 21 September 2020 23:22)

    Hallo, ihr lieben Echsen Fans...
    angefeuert von diesem wunderbaren Website und Beitrag zur Echsenburg habe ich angefangen meine Burg in Kernen-Stetten im Gartengrundstück anzulegen. Das Loch ist ausgehoben - interessant sind die Nachkriegs Bauschutt und Mergel Schichten gewesen. Auch ein toller Findling ist aufgetaucht.
    Jetzt geht es um's auffüllen. Mein Problem ist dass ich keine oder nur wenige Feldsteine habe/herkriege. Dürfte man auch alte Wegplatten, Backsteine, oder noch besser Kalksandsteine vom Baumarkt benützen? Ich dachte an diese: https://www.globus-baumarkt.de/kalksandstein-ksl-3df?fs=1908810517&c=22791
    Ich habe nun Angst, dass diese Kalksandsteine den Echsen evtl. schädlich sein könnten? Was meint ihr? Die viele Durchschlupf Löcher wären toll. Grosse Holzstücke hätte ich auch, wie viel vom Einfüllmaterial dürfen die ausmachen?
    Und würden Mäuse auch einziehen/würden Mäuse die Echsen attackieren?
    Wäre dankbar für Tipps und Rat,
    LG Tania

  • #15

    Mareike (Dienstag, 22 September 2020 10:25)

    Hallo Tanja,
    wunderbar dass du auch eine Burg baust! ;))
    Wegen der Art der Steine brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Wichtiger ist deren Durchmesser, damit sich zusammenhängende Höhlen auch in der Tiefe der Burg bilden und von den Eidechsen erreicht werden können. Aber natürliche Steine sind irgendwie immer besser als künstliche. Am besten sind solche, die es in der Umgebung gibt. Dennoch sind Kalksandsteine und Backsteine nicht schädlich und können ebenfalls verwendet werden.
    Die Holzstücke als Füllmaterial würde ich im inneren, unterirdischen Teil der Burg nur spärlich verwenden, da sie durch Feuchtigkeit schimmeln könnten. Besser sind sie im oberirdischen Teil der Burg aufgehoben.
    Und zum Thema Mäuse: Ich halte sie eher für hilfreich. Wenn Mäuse die Eidechsenburg besiedeln, suchen sie sich die trockensten Ecken heraus und legen dort schön weich gepolsterte Nester an. Außerdem graben sie unter der Burg oft noch tiefer reichende Gänge, die auch in sehr kalten Wintern frostfrei bleiben. Solch eine gut ausgebaute Infrastruktur wird auch von Eidechsen gerne genutzt.
    Also viel Erfolg weiterhin!
    LG Mareike

  • #16

    Lars (Montag, 05 April 2021 20:52)

    Sehr schöner Beitrag!
    Ich habe selbst schon viele Lebensbereiche im Garten gestaltet und weiß, wieviel Wissen man sich für jedes Projekt aneignen muß. Diese Beschreibung ist für Naturbastler, wie mich ein Quell der Freude!
    Danke!
    Lars

  • #17

    Mareike (Dienstag, 06 April 2021 18:00)

    Hallo Lars,
    vielen Dank! Es freut mich, dass ich dir weiterhelfen konnte! Ich wünsche dir schon mal viel Erfolg mit der Anlage deiner eigenen Reptilienburg :-))
    LG Mareike

  • #18

    Uschi Börner (Mittwoch, 07 April 2021 19:36)

    Liebe Mareike,
    ich bin gerade erst auf diese Seite gestoßen und finde es klasse, daß man dir Fragen stellen kann, die du super beantwortest. Deshalb möchte ich dir unsere Gegebenheiten erklären: 5200qm Wiese, auf der früher unsere Kühe standen, oberhalb der letzten Häuser unseres Dorfes, ein Nordhang, der aber völlig unbeschattet in der vollen Sonne liegt. Jetzt lege ich seit 2019 dort ein Biotop an, Stück für Stück, erst einmal vor allem für Insekten. Wir haben sehr schöne Wildblumen auf der Wiese - Kalkmagerrasen, sogar mit Orchideen und wegen der Vielfalt lege ich zusätzlich Beete an mit verschiedensten Bienenpflanzen, habe viele verschiedene Nistmöglichkeiten für die Wildbienen gebaut, eine Wildhecke und einen 15m langen Totholzzaun angelegt, viele Holzhaufen und - habe Waldeidechsen auf der Fläche. Offensichtlich fühlen sie sich dort wohl. Soll ich trotzdem einen Steinhaufen für sie bauen oder ist das nicht nötig? Andererseits will ich sowieso einen Steingarten anlegen und ich dachte, ich könnte es vielleicht kombinieren? Aber ein Loch ausheben hat bei mir keinen Zweck. Nach spätestens 20 cm kommt man auf Fels (deshalb der Magerrasen) und bei Regen würde alles voll laufen. Nun hast du bereits geschrieben, daß man solch eine Eidechsenhöhle auch komplett oberirdisch anlegen könnte, aber hier in der Eifel wird es noch richtig kalt, diesen Winter hatten wir Minus 18 Grad. Du schriebst, daß man eine Erdschicht drum herum anlegen müsse und die Erdschicht bei mir müßte schon richtig dick sein gegen den Frost. Aber das verstehe ich nicht, denn die Höhle braucht ja Ausgänge und wie soll man das machen mit der Erdschicht drum herum? Mir sagte jemand, ich solle diese gelben Drainageschläuche einbauen. Was meinst du? Ich wüßte auch noch gern, warum du Vlies nimmst zum Trennen der Steinregion und dem Erdreich. Wäre es nicht besser, Folie dazwischen zu legen, dann wäre alles unten drunter absolut trocken und wenn das Wasser bis zur Folie durchsickert, kann es auf der Folie außen abfließen. Außerdem wäre es ein zusätzlicher Frostschutz, am besten vielleicht sogar Vlies und darauf die Folie. --- Ich kann dir keine homepage anbieten. Meine langjährige Seite aus der Zeit meiner Bio-Gärtnerei haben wir still gelegt und ich hatte noch keine Zeit, hier in der Eifel eine neue Seite zu installieren, sorry, aber ich arbeite lieber draußen für die Natur und die Tiere als mich vor den Computer zu setzen. Aber wenn du magst, kann ich dir viele Bilder schicken. Und ich freue mich auf deine Antwort und Hilfestellung. Liebe Grüße Uschi

  • #19

    Uschi Börner (Mittwoch, 07 April 2021 19:44)

    Nachtrag zu meinem ersten Eintrag:
    bräuchten die Waldeidechsen auch diesen Sandring zur Ei Ablage???

  • #20

    Mareike (Mittwoch, 07 April 2021 22:48)

    Hallo Uschi,
    vielen Dank für deine ausführliche Schilderung! Dein Projekt hört sich traumhaft an!
    Zu deinen Fragen: Einen Steinhaufen anzulegen ist immer ein Kann, kein Muss. Totholzhaufen eignen sich ebenso gut. Der Vorteil von Steinhaufen liegt hauptsächlich in ihrer Langlebigkeit. Möchte man eine unterirdische Überwinterungsmöglichkeit schaffen, macht es Sinn, wenn diese nicht innerhalb einiger Jahre verrottet.
    Ist der Boden, wie bei dir, zu flachgründig für eine unterirdische Überwinterungsmöglichkeit, gibt es verschiedene Möglichkeiten diese überirdisch anzulegen. Die mit einem Erdwall ist nur eine davon. Wichtig ist nur, einen frostfreien Bereich zu schaffen. Recht einfach könnte das z.B. mit deinem Schnittgut von der Wiese klappen. Wenn du daraus Heu machst und dieses als GROßEN Haufen aufschichtest, bleibt dieser im Inneren und die Erde darunter auch bei strenger Kälte frostfrei. Ins Innere finden die Tiere am besten, wenn im unteren Bereich Äste aufgeschichtet werden.

    Zum Vlies bzw. zur Folie: Eine komplett wasserundurchlässige Schicht in der Reptilienburg ist nicht nötig. Das Vlies soll verhindern, dass die Erde darüber bei Regen zwischen die Steine gespült wird. Zusätzlich sollen die Wurzeln der Bepflanzung die Erde festhalten. Was man hingegen unbedingt vermeiden muss, ist Stauwasser. Dieses kann an ungeeigneten Standorten oder auf lehmigen Böden auftreten. Bei letzterem sollte man deshalb eine Drainageschicht einfügen.

    Zu deinem Nachtrag: Eine Eiablagefläche brauchst du für Waldeidechsen nicht. Sie sind lebendgebärend.

    Ich hoffe, meine Antworten helfen dir weiter :-)

    LG Mareike

  • #21

    Uschi Börner (Mittwoch, 07 April 2021 23:34)

    Liebe Mareike,
    vielen lieben Dank für deine Infos. Nun weiß ich, daß ich es richtig gemacht habe, ohne es vorher gewußt zu haben. Von dieser großen Fläche fällt natürlich jede Menge Schnittgut an, wenn ich im September mit dem Balkenmäher mähe und ich habe mehrere Komposthaufen. Aber ich habe einen, der erst einmal Reisighaufen war und auf einen Teil davon habe ich die Mahd geworfen, so daß ich vermutlich genau das angelegt habe, was du empfiehlst, ohne mir darüber im Klaren gewesen zu sein: unten drunter große und kleine Äste und darauf die Mahd. Dieser Haufen liegt auch genau dort, wo ich die Tiere gesehen habe, nämlich neben dem Totholzzaun und mehreren Holzhaufen. Wenn ich die Tiere bald wiedersehe, weiß ich jetzt jedenfalls, wo sie überwintert haben. Vielen Dank für deine Erklärungen. Trotzdem wüßte ich noch gern, wenn ich meinen Steingarten anlege, ob ich ein Inneres bauen soll für die Eidechsen mit eben diesen Drainagerohren. Steine im Innern und die nach außen führenden Rohre und Vlies und Erdreich obendrauf. Wäre das sinnvoll, denn, wie du sagst, verrottet mein Holz-Mahd Haufen ja recht schnell. Und ich habe noch jede Menge Schieferplatten, die ich als Sonnenterrasse verwenden wollte.
    Freue mich sehr, wenn du dir nochmals die Zeit nimmst für eine Antwort. DANKE.
    L.G. Uschi

  • #22

    Uschi Börner (Mittwoch, 07 April 2021 23:40)

    Schon wieder in Nachtrag: deine klasse Antworten helfen mir, aber vor allem meinen Waldeidechsen weiter. Nochmals vielen Dank.

  • #23

    Mareike (Donnerstag, 08 April 2021 08:56)

    Hallo Uschi,
    ja, da hast du instinktiv das richtige gemacht und schon sehr viel für deine Waldeidechsen getan! Wenn deine Holzhaufen groß genug sind, könnte es auch unter ihnen im Winter frostfrei bleiben.

    Dein Steingarten wäre übrigens auch ein geeignetes Biotop für Schlingnattern. In der Natur bewohnen sie z.B. gerne Geröllhalden und Schutthänge/-dämme.
    Die Reptilienburg mit Innerem, die du planst, kannst du so bauen, wie du beschrieben hast. Allerdings würde ich die Plastikrohre weglassen und den Zugang ins Innere ausschließlich über Steine gestalten. Da reichen 2-3 kleine Öffnungen. Es bleibt dann trotzdem frostfrei, sofern der Haufen groß genug ist. Ich würde mir auch wegen dem Zugang zum Inneren nicht zu viel Kopfzerbrechen bereiten. Die Mäuse sind sowieso die ersten, die einziehen und sofort damit anfangen, Gänge durch die Erdschicht hindurch ins Innere zu buddeln. Diese werden dann auch von den Eidechsen genutzt.
    LG Mareike

  • #24

    Uschi Börner (Donnerstag, 08 April 2021 11:17)

    Auch für diese Antwort nochmals vielen lieben Dank. Jetzt weiß ich besser wie weitermachen. Liebe Grüße Uschi

  • #25

    Uschi Börner (Freitag, 09 April 2021 19:42)

    Liebe Mareike,
    nachdem ich heute ein Waldeidechsen-Jungtier gesehen habe, ca. 8 cm lang, muß ich an den Steingarten mit Innenleben ran. Sag mir doch bitte noch, wie groß solte der Innenraum sein zum Überwintern. Und kann ich ihn auch mit Moos ausfüttern?
    Wie immer ein herzliches Danke-schön für deine Antwort und dein offenes Ohr.
    L.G. Uschi

  • #26

    Mareike (Freitag, 09 April 2021 22:56)

    Hallo Uschi,
    dann hattest du heute wohl deutlich besseres Wetter als wir, wenn bei dir kleine Eidechsen unterwegs waren. ;-)
    Die Größe des Innenraums ist nicht so wichtig, so lange es dort überall frostsicher ist. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann mache ihn von der Grundfläche mindestens 1 x 1 Meter groß, mit vielen kleinen Hohlräumen zwischen den Steinen. Die Höhe kannst du flexibel wählen.
    Bei dem Moos muss ich leider passen, damit habe ich keine Erfahrungen. Du kannst es ja an einer kleinen Stelle im Innenraum einfach ausprobieren.
    LG Mareike

  • #27

    Uschi Börner (Mittwoch, 16 Juni 2021 01:24)

    Hallo liebe Mareike,
    nach über zwei Monaten muß ich dich wieder einmal kontaktieren und etwas fragen: fressen Waldeidechsen Wildbienen? Zuerst einmal muß ich erzählen, daß ich vor einigen Tagen Wege in mein Biotop gemäht habe, damit man nicht durch die hohe Wiese laufen muß und dabei 8 Waldeidechsen an 4 verschiedenen Stellen gesehen habe, ein Alttier und 7 Jungtiere. Große Freude!!! Blindschleichen habe ich inzwischen auch gesehen und habe für sie extra einen Haufen alten Mist aufgesetzt, denn ich denke, daß sie sich gern dort aufhalten. Gesehen habe ich sie aber in einem der Komposthaufen. Auch Freude! Zurück zu den Eidechsen. Ich habe aus Bruchsteinen eine Trockenmauer aufgesetzt, sie aber mit Lehm verfugt für alle Wildbienen, die das suchen. Wird auch angenommen. Und dort habe ich zwei Eidechsen Jungtiere entdeckt - wir saßen uns quasi 50 cm gegenüber, bis ich mich bewegt hatte und dann waren sie weg. Und ich habe an dieser Lehmmauer etwas Merkwürdiges entdeckt. Zuerst an zwei Stellen und am nächsten Tag an einer dritten Stelle fand ich punktförmig angehäuften gelben Pollen. Für mich sah es so aus, als ob dort jemand Bienen gefressen hat und vorher oder dabei den Pollen von den Beinen abgestriffen hat. Schade, daß ich dir das Bild dazu nicht schicken kann, aber ich wüßte sehr gern, ob die Eidechsen dort auf Bienenfang gehen oder ob es vielleicht Vögel sind, die sich die Bienen holen? Bei den Eidechsen würde ich nichts unternehmen. Wenn es Vögel wären, würde ich drum herum einen Drahtkäfig bauen, um sie abzuhalten. Da ich unschlüssig bin, wäre mir deine Einschätzung sehr wichtig, damit ich weiß, wie ich reagieren soll. Vergangene Woche konnte ich übrigens von einem Haus im Dorf, das teilweise abgerissen wurde, viele Bruchsteine holen und der Bau der Eidechsenburg rückt immer näher. Noch bin ich voll beschäftigt mit Pflanzen, denn der letzte Termin für dieses Jahr rückt näher, aber danach kommt die Burg dran. Und auch da müßte ich noch meine Unklarheiten beseitigen. Wenn ich die Drainage anlege mit zuunterst groben Steinen und darauf Schotter gebe, wie groß soll denn der Überwinterungsraum sein? Soll ich mehrere Kammern anlegen - voneinander getrennt? Oder nur mehrere Nischen anlegen mit Verbindung zueinander? Mir ist schon klar, daß ich darauf eine mindestens 80cm dicke Erdschicht anlegen muß gegen den Frost, aber wie hoch soll denn der eigentliche Überwinterungsraum sein? Reichen 40-50cm oder höher?
    Ich bin so froh, daß ich deine Seite gefunden habe und alle meine Fragen los werden kann. Du hast mir tolle Antworten gegeben und auch diesen Mal freue ich mich auf deine Nachricht. DANKE! Und natürlich liebe Grüße
    Uschi

  • #28

    Mareike (Mittwoch, 16 Juni 2021 16:17)

    Hallo Uschi,
    laut deinen Schilderungen hast du bei dir wirklich ein großartiges Biotop geschaffen! Wunderbar!
    Zu deiner Wildbienenfrage: Ich finde unter meiner Wildbienen-Nisthilfe auch manchmal Pollen und habe noch nicht herausgefunden, woran das liegt. Aber Waldeidechsen kann ich ausschließen, die haben wir in unserem neuen Garten leider noch nicht.
    Es kommen aber mehrere Möglichkeiten infrage. Zum Beispiel Vögel, andere Insekten und die Bienen selbst. Nachdem ich den Specht einmal erwischt habe, habe ich unsere Nisthilfe mit einem Kükendraht gesichert, aber die Brutröhren werden immer noch von irgendwem aufgebrochen. Es schlüpfen dennoch genug Wildbienen im nächsten Jahr, so dass ich mir jetzt nicht mehr so große Sorgen mache.

    Zu der Reptilienburg:
    Du brauchst nicht extra getrennte Kammern anlegen, diese entstehen durch die Hohlräume zwischen den großen Steinen von alleine und können von den Reptilien aufgesucht werden, wenn sie diese bevorzugen.
    Eine Höhe von 40-50 cm direkt in der Überwinterungshöhle reicht völlig aus, kleiner ginge auch. Meistens überwintern die Reptilien in kleinen Nischen, die nur wenig größer sind wie sie selbst.

    Ich habe bei unserer neuen Reptilienburg die Überwinterungshöhle aus dicken Holzscheiten gestaltet. Das Holz isoliert zusätzlich zur Erdschicht ein wenig. Allerdings verrottet es irgendwann und die Höhle wird instabil. Aber wir können unsere Burg dann sehr leicht erneuern.
    Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen!
    Viel Erfolg weiterhin!
    LG Mareike

  • #29

    Uschi Börner (Donnerstag, 28 Oktober 2021 20:08)

    Liebe Mareike,
    meine Eidechsenburg ist seit etwa 2 Wochen fertig, es fehlt nur äußerlich noch eine schöne Bepflanzung und heute sah ich, dass sie besiedelt ist. Aber ich muss sie jetzt umbenennen in Wieselburg. Ein großes Wiesel oder Hermelin ist dort eingezogen und ja, solche Steinhaufen sind auch für sie genau richtig. Offenes Gelände, dazu viele Versteckmöglichkeiten und Wühlmäuse - alles das kann ich bieten! Wiesel halten keinen Winterschlaf, sondern sind aktiv und meine Burg ist wohl ziemlich frostfrei. Ideal für die Tiere. Nur muss ich jetzt wünschen, dass sich die Eidechsen fern halten, denn ich habe gelesen, dass Wiesel auch Eidechsen fressen!!! Aber ich hatte an so vielen Stellen Eidechsen gesehen, dass ich denke, sie haben genug Möglichkeiten und ich muss das Wiesel nicht vertreiben, sondern als weiteren Puzzlestein im Biotop freudig begrüßen.
    Es macht mich so glücklich, dass ich auf meinem Biotop etwas anlege und sofort wird es angenommen und besiedelt. Ansporn pur!
    Liebe Grüße an dich
    Uschi

  • #30

    Mareike (Freitag, 29 Oktober 2021 13:10)

    Hallo Uschi,
    vielen Dank für dein Update ;-) Das hört sich ganz toll an, trotz Fremdbesiedlung! Das passiert uns tatsächlich auch oft, vor allem mit den Vogel-Nisthilfen. Amseln und Spatzen im Schwalbennest, Hornissen im Meisenkasten...
    Ein Wiesel hat sich noch nicht bei uns eingefunden, aber es wäre auch herzlich willkommen! So wie bei dir :-)
    Ich wünsch dir noch ganz viele weitere, tolle Tierbeobachtungen in deinem Garten!
    LG Mareike

  • #31

    Torsten (Mittwoch, 30 März 2022 17:56)

    Hallöchen,

    Ich habe eben auch angefangen mit Hacke und Schaufel eine Burg am Hang auszuheben. Leider ist mir dabei aufgefallen, dass die 1,5x1,5 m doch schwerer zu erreichen sind als gedacht und ich gerade erst bei 50cm angekommen bin und dadurch schon im Hang eine wandhöhe von 1,5 m an der Echsenburg hätte.
    Mir stellt sich jetzt die frage, ob es reicht 1m x 80 cm auszuheben und versuchen auf die 1,5x1,5 m steine ab Erdoberfläche zu legen. Ich hoffe es wird verstanden was ich meine. Mein Loch wäre nur 60 cm tief und 1x0,8 m :(

  • #32

    Mareike (Donnerstag, 31 März 2022 11:14)

    Hallo Torsten,
    auf schwerem und steinigem Boden ist das tatsächlich ein ziemlicher Kraftakt ;-)
    Aber es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du dir Arbeit ersparen kannst und trotzdem einen frostfreien Platz schaffst. Du musst z. B. nicht die gesamte Fläche 80 cm tief ausbuddeln, es reicht auch, wenn nur ein 40x40 cm großer Bereich 80 cm tief ist und der Rest 60 cm.
    Alternativ kannst du auch das Erdniveau rund um die Reptilienburg anheben. Also den Aushub rund um die Burg aufschütten und damit die ebenerdig liegenden Steine abdecken. So als hätte die Burg einen Kragen aus Erde. Das isoliert auch gut, besonders wenn dieser Kragen zusätzlich bewachsen ist.
    Solltest du in einer dauerhaft wintermilden Region leben, reichen vielleicht auch 60 cm Tiefe.

    Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

    LG Mareike

  • #33

    Andreas (Dienstag, 25 Juli 2023 23:34)

    Hallo Mareike,

    danke für Deinen schönen Artikel (-:
    Da bekomme ich mehr Lust auf Deine Website, Podcast und Bücher.

    Mir macht das Wasser etwas Sorgen. Besonders wenn der Boden wenig wasserdurchlässig ist. Bei normalen Regen oder Starkregen bringt auch eine Sand-/Schotterschicht nichts, wenn das ganze Loch absäuft. Das kann trotz teilweiser Erdabdeckung recht schnell passieren. Selbst bei besser durchlässigen Boden. Unter dem Humus ist meist recht fester Boden. Zumindest kenne ich das so von verschiedenen Gegenden.
    Was sind Deine Gedanken und Erfahrungen dazu?

    Viele Grüße
    Andreas
    beautyod at gmx.de

    P.S.
    Schade, daß man hier nicht als Eingabefeld seine Emailadresse hinterlassen kann.

  • #34

    Matthias Libuda (Freitag, 08 März 2024 22:58)

    Liebe Alle, ich frage mich gerade warum ich keine Nadelgehölze verwenden soll?
    Ich mag gerne die nächsten Tage eine Reptilienburg in der Nähe unseres Hofes (Hof Sonnenwald in Seewald) anlegen. Wir haben vor allem Fichten im Schwarzwald und sonst kaum anderes Tot- oder Frischholz zur Verfügung. Das wird schwer da anderes zu finden.
    Danke für zeitige Antworten

  • #35

    Mareike (Samstag, 09 März 2024 07:43)

    Hallo Matthias,
    für Reptilien ist das Harz im Nadelholz ein Problem. Vor allem das beim frischen Nadelholz austretende Harz, das noch flüssig und sehr klebrig ist. Wenn sie sich damit einschmieren, werden sie das so schnell nicht mehr los, genauso wie die Erde und Laubbestandteile, die dann an ihnen kleben bleiben. Deswegen meiden Reptilien frisches Nadelholz normalerweise.
    Wie lange geschlagenes Nadelholz liegen muss, damit es für die Tiere nutzbar wird, kann ich dir leider nicht sagen, aber zumindest bis das Harz vollständig ausgehärtet ist.
    Du kannst die Reptilienburg aber auch ausschließlich aus Steinen bauen, das funktioniert auch.
    Viel Erfolg!
    Mareike

  • #36

    Volker (Freitag, 17 Mai 2024 19:50)

    Hallo. Ich hatte viele Eidechsen, Kröten und Frösche, aber seit im Nachbarhaus zwei Katzen eingezogen sind, ist es vorbei damit. Macht es Sinn den Steinhaufen mit Karnickeldraht zu schützen oder gibt es andere Ideen ?

  • #37

    Mareike (Freitag, 17 Mai 2024 21:22)

    Hallo Volker,
    das macht auf jeden Fall Sinn! Im Garten meines Bruders sind die Zauneidechsen freiwillig in den Kaninchen-Auslauf umgezogen, weil sie darin vor den Katzen und anderen Räubern sicher waren. Das kannst du also auf jeden Fall probieren.
    Ansonsten gibt es noch Katzen-Vergrämungsmethoden mit Wasserstrahl. Dazu wird ein Bewegungsmelder mit Spritzdüse an einen Wasserschlauch angeschlossen und in dem zu schützenden Gartenbereich aufgestellt. Wenn der Bewegungsmelder eine Bewegung registriert, wird ein Wasserstrahl in Richtung der Katze gespritzt. Das würde ich aber nur machen, wenn keine Wildtiere ähnlicher Größe den Garten regelmäßig aufsuchen. Frösche und Eidechsen können den Wasserstrahl nicht auslösen.

    Ich drück die Daumen, dass die Kröten, Frösche und Eidechsen sich in deinem Garten bald wieder ansiedeln!

    LG Mareike