Eine Reptilienburg für Schlangen und Eidechsen

Reptilienburg aus Feldsteinen; Steinhaufen
Professionell angelegte Reptilienburg für ein Schlangenschutzprojekt in Schleswig-Holstein (Wildes Moor, Osterrönfeld)

Bauanleitung für einen Reptilien-Steinhaufen

Standort

 

Die erste Überlegung beim Bau eines Steinhaufens für Eidechsen und Schlangen gilt der optimalen Lage, schließlich wollen sich die Tiere dort vor allem aufwärmen. Ein sonniger Standort ist deswegen dringend nötig. Dennoch ist es von Vorteil, wenn sich in der Nähe auch dichte Vegetation befindet, z.B. niedrige bis mittelhohe Hecken, Solitärsträucher oder Kleingehölze. Diese dienen dem Schutz und der Nahrungssuche und liegen am besten an der Nordseite des Haufens, so dass nur eine minimale Beschattung auftritt.

Die Umgebung der Reptilienburg sollte aus deckungsreichem, niedrigerem Bewuchs bestehen, wie etwa einer ungemähten Wildblumenwiese.

Loch ausheben

 

Auf einer Fläche von mind. 1,5 x 1,5 m wird nun ein recht tiefes Loch ausgegraben. In dauerhaft wintermilden Gebieten kann eine Tiefe von 40 cm ausreichen, besser sind aber 60 - 80 cm oder noch mehr. Dann kann auch ein Ausnahmewinter mit strengem Dauerfrost weniger Schaden unter den Tieren anrichten.

Ist der Grund der ausgehobenen Grube wasserdurchlässig, kann man gleich mit dem Befüllen beginnen. Ist er jedoch verdichtet, z. B. durch eine Lehm- oder Tonschicht, sollte man noch ein wenig tiefer buddeln und eine 10 - 20 cm dicke Schicht aus Kies oder Schotter einbringen. Andernfalls könnten die Eidechsen in sehr feuchten Wintern ertrinken oder anderweitig durch das Wasser Schaden nehmen.

Befüllen

 

Das Loch kann nun bis zu einer Höhe von 60 cm über der Erdoberfläche mit Steinen befüllt werden, die einen Durchmesser von mind. 20 - 30 cm aufweisen. Bei kleineren Steinen würden sich keine ausreichend großen Schlupflöcher bilden, durch die die Eidechsen und Schlangen in das Innere des Haufens gelangen. Die Steine können auch mit dicken Ästen, Baumstrünken und großen Holzscheiten (kein Nadelholz) sowie etwas Laub vermischt werden. Mit kleineren Steinen (10 - 20 cm) wird anschließend der Steinhaufen auf eine Höhe von ca. 1 m vergrößert, in dem sie als Hülle um die Kernzone mit den großen Steinen aufgetragen werden.

Abdeckung


Ein Teil der ausgegrabenen Erde kann nun auf der Windseite des Steinhaufens (bei uns Westen) und auf der Nordseite 20 - 30 cm dick aufgebracht und bepflanzt werden (z. B. mit Besenheide und Gräsern, s. Bild oben). Das schützt vor eindringendem Regenwasser und Wind.

Sandfläche

 

Auf der Südseite (S, SO und SW) wird nun noch eine ca. 50 cm breite und 30 cm tiefe Sandfläche aus reinem, nährstoffarmem Sand angelegt, in der z. B. Zauneidechsen ihre Eier ablegen können. Diese muss man regelmäßig von Bewuchs befreien, weil sie sonst nicht mehr zur Eiablage genutzt wird.