Ein Teich für den Molch

Nördlicher Kammmolch in Landtracht
Nördlicher Kammmolch in Landtracht

Ähnlich wie Frösche und Kröten leiden auch Molche sehr unter der von Menschenhand veränderten Umwelt. Kleine, fischfreie Weiher, die bevorzugt von Molchen zur Eiablage aufgesucht werden, sind fast aus unserer Landschaft verschwunden. Sie sind dem Optimierungsstreben der Landwirtschaft zum Opfer gefallen, wurden eingeebnet oder mit Fischen besetzt. Auch temporäre Kleingewässer und hochwasserbedingte Überschwemmungsflächen, die vom Frühjahr bis zum Sommer Wasser führen, sind durch Drainage und Eindeichung fast vollständig beseitigt worden. Molche finden einfach keine Gewässer für ihre Fortpflanzung mehr. Auch in den Siedlungen haben sie es nicht leicht. Nicht nur wegen der vielen Straßen, auch weil nahezu jeder Teich mit Fischen besetzt ist, für die Molcheier und junge Molche eine wahre Delikatesse darstellen.

 

Ansprüche an das Gewässer

Dabei ist es ausgesprochen einfach, Molchen im Garten ein geeignetes Biotop zu schaffen, sind doch Teich- und Kammmolch nicht besonders anspruchsvoll. Teichmolche benötigen nur einen relativ kleinen, 0,1 bis 1 m flachen, besonnten oder halbschattigen Teich, der zu einem Teil dicht mit Wasser- und Sumpfpflanzen besetzt ist. Kammmolche haben ähnliche Ansprüche, jedoch sollte der Teich lieber etwas größer sein.
Das breite, flache Ufer sollte nicht tiefer als 10 cm sein, die tiefste Stelle des Teichs sollte mindestens 50 - 100 cm aufweisen.

 

Am Uferrand können Steine, Wurzeln und Äste deponiert werden, unter und zwischen denen sich die Teichmolche beim Landgang verstecken können.


Nachdem die jungen Molche ihre aquatische Lebensphase abgeschlossen und das Wasser verlassen haben, ist selbst ein Austrocknen des Teiches kein Problem mehr. Im Gegenteil profitieren die Amphibien sogar davon, da das Gewässer auf diese Weise garantiert fischfrei bleibt und auch gefräßige Käfer- und Libellenlarven dadurch dezimiert werden (ob wir Naturgärtner diese Dezimierung immer wünschen und zulassen wollen, ist eine andere Frage).


Für die Bepflanzung eignen sich alle einheimischen Wasser- und Sumpfpflanzen, an deren Stängel die Molche ihre Eier kleben können.


Die vorgefertigten Teichwannen aus dem Baumarkt oder Gartencenter stellen jedoch kein gutes Molchbiotop dar. Ihre Wände sind zu steil, so dass die Molche bei niedrigem Wasserstand schwer hinaus klettern können. Auch ist der Übergang zwischen Flach- und Tiefwasserzone sehr abrupt, wohingegen die Tiere einen fließenden Übergang bevorzugen.

 

Das wichtigste ist jedoch, das keine Fische in den Teich gesetzt werden. Vor allem die allseits beliebten Goldfische machen Jagd auf kleine Molchquappen. Zusätzlich sorgt die Fütterung der Fische für eine ziemlich schlechte Wasserqualität und trübes, nährstoffreiches Wasser, das im heißen Sommer schnell kippt.

 

Dass fischfreie Teiche dabei eine Brutstätte für Mückenplagen darstellen, ist übrigens nicht ganz richtig. Meine Beobachtungen im eigenen Teich zu diesem Thema gibt es im Blog.

 

Der ideale Landlebensraum

Teichmolche verbringen nur als Kaulquappen und später während der Fortpflanzung ihr Leben im Wasser. Danach halten sie sich überwiegend an Land auf, wo sie sich tagsüber in feuchten Spalten und Löchern verstecken und nachts auf Beutefang gehen. Deshalb muss der Gestaltung der Teichumgebung ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt werden wie der des Teiches selbst. Idealerweise grenzt an das Gewässer eine reich strukturierte Umgebung an. Eine Blumenwiese, die nur einmal jährlich im Herbst gemäht wird, eine Hecke oder Solitärsträucher, deren Zweige auch den Bodenbereich abdecken, Stein- und Totholzhaufen, eine Legesteinmauer, Wurzelstöcke und ähnliches. Gerade in natürlich gewachsenen Hecken, in deren Schatten sich Äste, Steinhaufen und andere Unterschlüpfe finden, werden sich Molche gerne aufhalten.
Ein mehrere Dezimeter in den Boden reichender Totholz- oder Steinhaufen dient den Molchen als frostfreier Überwinterungsplatz.

Bei der Gartenpflege sollte man aber einiges beachten, wenn man seiner Molchpopulation keinen Schaden zufügen will.

 

Welche Gefahren im Garten lauern und wie ihr sie beseitigt, könnt ihr hier nachlesen.