WAS  BRAUCHEN  MOLCHE  IM  GARTEN?

Ähnlich wie Frösche und Kröten leiden auch Molche sehr unter der von Menschenhand veränderten Umwelt.

 

Kleine, fischfreie Weiher, die bevorzugt von Molchen zur Eiablage aufgesucht werden, sind fast aus unserer Landschaft verschwunden. Sie sind dem Optimierungsstreben der Landwirtschaft zum Opfer gefallen, wurden eingeebnet oder mit Fischen besetzt.

 

Auch temporäre Kleingewässer und hochwasserbedingte Überschwemmungsflächen, die vom Frühjahr bis zum Sommer Wasser führen, sind durch Drainage und Eindeichung fast überall beseitigt worden.

 

Molche finden einfach keine Gewässer für ihre Fortpflanzung mehr. Auch in den Siedlungen haben sie es nicht leicht. Nicht nur wegen der vielen Straßen, auch weil nahezu jeder Teich mit Fischen besetzt ist, für die Molcheier und junge Molche eine wahre Delikatesse darstellen.

Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus) in Landtracht auf einem bemoosten Stein.
Ein Nördlicher Kammmolch in Landtracht.

WAS FÜR EINEN TEICH BRAUCHEN MOLCHE?

Dabei ist es ausgesprochen einfach, Molchen im Garten ein geeignetes Biotop zu schaffen, sind doch Teich- und Kammmolch nicht besonders anspruchsvoll.

 

Teichmolche benötigen nur einen relativ kleinen, 0,1 bis 1 m flachen, besonnten oder halbschattigen Teich, der zu einem Teil dicht mit Wasser- und Sumpfpflanzen besetzt ist.

 

Kammmolche haben ähnliche Ansprüche, jedoch sollte der Teich lieber etwas größer sein.

 

Idealerweise ist das breite, flache Ufer nicht tiefer als 10 cm. Hier können zusätzlich am Uferrand Steine, Wurzeln und Äste deponiert werden, unter und zwischen denen sich die Teichmolche beim Landgang verstecken können.

Naturnaher Gartenteich mit Baumwurzel
Wurzel am Teichufer als Ein- und Ausstiegshilfe

Hin und wieder kommt es vor, dass Molche in Gewässern überwintern. Ein durchgängig flacher Gartenteich könnte für sie dann zur Todesfalle werden, wenn in strengeren Wintern das Wasser bis auf den Grund durchfriert. Um das zu verhindern, wird der Teich am besten so geplant, dass er in der Mitte eine Vertiefung von mindestens 50-100 cm aufweist.

Nachdem die jungen Molche ihre aquatische Lebensphase abgeschlossen und das Wasser verlassen haben, ist selbst ein Austrocknen des Teiches kein Problem mehr. Im Gegenteil profitieren die Amphibien sogar davon, da das Gewässer auf diese Weise garantiert fischfrei bleibt und auch gefräßige Käfer- und Libellenlarven dadurch dezimiert werden (ob wir Naturgärtner diese Dezimierung immer wünschen und zulassen wollen, ist eine andere Frage).


Für die Bepflanzung eignen sich alle einheimischen Wasser- und Sumpfpflanzen, an deren Stängel und Blätter die Molche ihre Eier kleben können.


Die vorgefertigten Teichwannen aus dem Baumarkt oder Gartencenter stellen jedoch kein gutes Molchbiotop dar. Ihre Wände sind zu steil, so dass die Molche bei niedrigem Wasserstand schwer hinausklettern können. Auch ist der Übergang zwischen Flach- und Tiefwasserzone sehr abrupt, wohingegen die Tiere einen fließenden Übergang bevorzugen.

Larve des Teichmolches zwischen Algen (Lissotriton vulgaris)
Molchlarven sind leichte Beute für Fische. Zu ihrem Schutz können sie sich lediglich zwischen Algen und Wasserpflanzen verstecken.

Das wichtigste ist jedoch, das keine Fische in den Teich gesetzt werden. Vor allem die allseits beliebten Goldfische machen Jagd auf kleine Molchlarven. Zusätzlich sorgt die Fütterung der Fische für eine ziemlich schlechte Wasserqualität und trübes, nährstoffreiches Wasser, das im heißen Sommer schnell kippt.

 

 

Dass fischfreie Teiche dabei eine Brutstätte für Mückenplagen darstellen, ist übrigens nicht ganz richtig. Die Aufgabe der Mückenlarven-Beseitigung wird einfach von zahlreichen anderen Wassertieren übernommen, die in Fischteichen sonst in deutlich geringerer Anzahl vorkommen, z. B. von Rückenschwimmern, Libellenlarven, Schwimmkäfern und deren Larven und natürlich von Molchlarven (meine Beobachtungen im eigenen Teich zu diesem Thema).

Einen kurzen Einblick in das Leben der Teichmolche gewährt dieser Beitrag von der Tierfilmerin

Dorte von Stünzner:

WAS FRESSEN MOLCHE?

Molche sind echte Jäger. Sie fressen alle kleinen Lebewesen, die sie überwältigen können. Außerdem Fisch- und Froschlaich.

Während ihrer aquatischen Lebensphase sind das vor allem Wasserflöhe, Wasserasseln, Muschelkrebse, MÜCKENLARVEN, Libellen- und Eintagsfliegenlarven sowie Ringelwürmer.

Molche verbringen jedoch den Großteil ihres Lebens an Land. Dort jagen sie Regenwürmer, Spinnen, Hundertfüßer, Käfer, Asseln und NACKTSCHNECKEN.

DER IDEALE LANDLEBENSRAUM FÜR MOLCHE

Teichmolche verbringen nur als Kaulquappen und später während der Fortpflanzung ihr Leben im Wasser. Danach halten sie sich überwiegend an Land auf, wo sie sich tagsüber in feuchten Spalten und Löchern verstecken und nachts auf Beutefang gehen.

 

Deshalb ist die Gestaltung der Teichumgebung ebenso wichtig wie der des Teiches selbst.

 

Idealerweise grenzt an das Gewässer eine reich strukturierte Umgebung an:

 

  • eine Blumenwiese, die nur einmal jährlich im Herbst gemäht wird
  • eine Hecke oder Solitärsträucher, deren Zweige auch den Bodenbereich abdecken
  • Wurzelstöcke und ähnliches

 

Gerade in natürlich gewachsenen Hecken, in deren Schatten sich Äste, Steinhaufen und andere Unterschlüpfe finden, werden sich Molche gerne aufhalten.

 

Ein mehrere Dezimeter in den Boden reichender Totholz- oder Steinhaufen dient den Molchen als frostfreier Überwinterungsplatz.

 

Bei der Gartenpflege sollte man aber einiges beachten, wenn die Molchpopulation keinen Schaden nehmen soll.  Welche Gefahren im Garten lauern und wie du sie beseitigst, kannst du hier nachlesen.


Eine Checkliste mit vielen Tipps zum Schutz und zur Förderung des Teichmolches gibt es für alle Newsletter-Abonnenten in meiner Download-Bibliothek.

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Wenn du wissen möchtest, wie du neben Molchen auch andere Tiere in deinem Garten unterstützen kannst, dann ist mein Buch vielleicht etwas für dich:



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Kommentare: 11
  • #1

    Claudia Schütz (Dienstag, 02 Juni 2020 16:20)

    Vor drei Jahren sind mir drei Rotbauchmolche "zugelaufen" und erscheinen nun jährlich samt Nachwuchs :-) - im meinem Mini-Gartenteich.
    Ich möchte ihnen die besten Bedingungen schaffen und bin besorgt:
    - es bilden sich immer wieder Algenschleier im Teich und Wasser ist trüb: gut oder schlecht?
    - wie ist die ideale Wassertemperatur? Sollte ich im Hochsommer langsam und vorsichtig kälteres Wasser zugiessen?
    - derzeit finden sich auch wieder viele Mückenlarven im Wasser? Lassen und dezimieren?
    Wer weiß guten Rat?

  • #2

    Mareike (Dienstag, 02 Juni 2020 21:00)

    Hallo Claudia,
    handelt es sich wirklich um exotische Rotbauchmolche oder um rotbäuchige, einheimische Molche (z. B. Bergmolch)?
    Aber egal welche Art, es ist auf jeden Fall gut, die besten Bedingungen zu schaffen. �
    Zum Algenschleier: Dieser zeigt ein Ungleichgewicht an und entsteht, wenn zu viele Nährstoffe in den Teich gelangt sind, z. B. durch hineingefallenes Laub oder abgestorbene Wasserpflanzen. Dagegen hilft Laub abfischen und das entfernen abgestorbener Pflanzenteile. Außerdem hilft eine großzügige Bepflanzung gegen Algenwuchs, da Wasserpflanzen den Algen die Nährstoffe entziehen. Allerdings sollte man es beim Aufräumen nicht übertreiben, eine kleine Schlammschicht am Boden sollte erhalten bleiben, da die Molchlarven hier Futter finden.
    Zur Wassertemperatur: Ist sie relativ hoch, trägt auch das zur Wassertrübung bei. Und wenn sich das Wasser im Sommer sehr stark erwärmt (über 27°C), können die Tiere im Teich Schaden nehmen. Ideal ist eine Beschattung während der Mittagszeit, wodurch zu hohe Temperaturen vermieden werden.
    Und nun noch zu den Mückenlarven: An denen stören sich die Molche ganz bestimmt nicht, die sind bestes Molchquappenfutter. �
    LG Mareike

  • #3

    Claudia Schütz (Montag, 29 Juni 2020 10:47)

    Hallo Mareike,
    danke für die Info. Es handelt sich ganz sicher um einheimische Molche und sie haben sich vermehrt :-) > mittlerweile kann ich ca. 8-9 Mini-Molche in unterschiedlichen Entwicklungsphasen zählen. Die Eltern haben sich wohl aus dem Staube - besser aus dem Teich gemacht :- ( , aber das ist wohl ganz ok so :-)! Ich werde ein waches Auge auf die "Bande" haben, damit sie wieder kommen, falls sie auch Reisefieber kriegen.
    GLG, ...claudia

  • #4

    Caro (Mittwoch, 12 August 2020 14:56)

    Hallo Claudia!

    Ich habe meinen Teich vor zwei Jahren vergrößert. Er bekommt von mir jedes Jahr Wasserflöhe aus der Zoohandlung (Fischfutter) „spendiert“. Seitdem ist das Wasser klar.

    Die Algen werden neuerdings von Wasserschnecken (die haben sich von selbst angesiedelt und vermehrt) in Schach gehalten.

    Ansonsten wird der Teich von Molchen, Libellenlarven und Rückenschwimmern besiedelt.

    Viele Grüße Caro

  • #5

    Irene Heuser (Sonntag, 03 Juli 2022 15:55)

    Hallo Claudia,
    im laufen des Jahres werden wir nach der Renovierung unser Reihenhaus beziehen. Mit große Freude verfolge ich Ihre Naturgarten Seiten. Der kleiner Garten (ca. 40 m2) soll als Naturnaher Garten angelegt werden. Mein größter Wunsch ist es auch einen kleinen Teich für Libellen, Molche und andere Tiere zu haben. Wir wohnen aber im Neubaugebiet und rundherum wird mit
    Rasenmähern gemäht... Wie soll ich verhindern dass die Tiere nicht in Gefahr laufen durch ein Rasenmäher getötet zu werden? Wenn ich den Teich 1,00 m tief baue, werden sich eventuell Frösche ansiedeln und so wie sehr ich alle Tiere liebe, bekomme ich bestimmt von den Anwohnern Ärger. Wie gross und tief soll unter diesen Umständen den Teich angelegt werden damit ein Gleichgewicht herrscht? Soll ich überhaupt einen Teich wagen? Vielen Dank für ein Tip. Viele Grüße, Irene H.

  • #6

    Mareike (Sonntag, 03 Juli 2022 18:06)

    Hallo Irene,
    schön dass du deinen Garten naturnah gestaltest!
    Gibt es denn Frösche und Molche in der Nähe deines Gartens? Wenn die Tiere in deinen Teich einziehen, dann schützt du sie am besten, wenn du ihnen viele Versteckmöglichkeiten anbietest. Besonders wichtig für Molche sind Totholzhaufen, Benjeshecken und Wurzeln, die im Garten platziert werden können. Dort können sie sich verstecken und ihre Nahrung finden. Blumenwiesen und -säume sind auch empfehlenswert.

    Besonders gefährlich für die meisten Amphibien sind die nachts laufenden Mähroboter. Vielleicht machen das nicht so viele Nachbarn so, oder sie sind bereit, nur tagsüber zu mähen.
    Ich würde jedenfalls wegen dieser Bedenken nicht auf einen Teich verzichten. Er ist allein schon wegen der vielen Libellen und Wasserkäfer ein tolles Biotop.

    Frösche und Molche kommen übrigens auch, wenn der Teich deutlich weniger als 1 m tief ist. Überwintern tun sie meistens an Land, gerne unter Totholzhaufen und Benjeshecken.

    LG Mareike (nicht Claudia ;-)

  • #7

    Nina (Dienstag, 02 August 2022 23:05)

    Hallo ich habe eine Frage ich habe von meiner Kollegin 5 Bergmölche bekommen und hab sie in den Teich getan und am nächsten Tag waren sie weg und ich hab mich so gefreut und ich hab dann Algen bekommen ich brauche ein Tipp und soll ich noch mehr mölche bei meiner Freundin hollen?welche Wasser pflanzen eignen sich gut für Mölche und wie füttert Mann die weil ich hab ein Baby mölch und er braucht essen

  • #8

    Nina (Dienstag, 02 August 2022 23:06)

    Ich bekomme Algen und ich möchte auch mögliche kann Mann die eigentlich züchten wenn ja wie macht Mann dass

  • #9

    Mareike (Mittwoch, 03 August 2022 11:10)

    Hallo Nina,
    auch wenn es sehr verlockend ist. Keinesfalls sollte man Molche (oder andere Amphibien) von einem besiedelten in einen unbesiedelten Teich umsetzen. Zum einen ist es verboten, zum anderen tut man den Tieren damit meistens nichts Gutes. Die Tiere wandern nach kurzer Zeit ab und begeben sich damit in große Gefahr. Meistens sterben sie dann. Es ist besser zu warten, bis sie sich von alleine ansiedeln.

    Um diese Jahreszeit leben Molche auch nicht im Wasser, sondern an Land. Deshalb kann es sein, dass sich deine Molche jetzt unter Steinen und Ästen verstecken und nächstes Jahr im Frühling wieder auftauchen und Eier in deinen Teich legen. Absolute Voraussetzung dafür ist aber, dass der Teich fischfrei ist. Molche werden von Fischen nämlich sehr gerne gefressen.

    Gegen Algen im Teich hilft am besten eine dichte Bepflanzung mit Wasserpflanzen in der Flachwasserzone. Sie entziehen dem Teichwasser die Nährstoffe, so dass für die Algen keine mehr übrig bleiben. Über reichlich Wasserpflanzen freuen sich auch die Molche.
    LG Mareike

  • #10

    Lucky (Dienstag, 16 August 2022 18:14)

    high ...

    weiß denn jemand, wo man Molche noch in Fachgeschäften kaufen kann (... die Belange um Artenschutz u.dgl. sind mir dazu bekannt).... nur ⚠️der käufliche Erwerb ist ja keine Entnahme aus „ eventuell noch natürlichen Vorkommen „... ...

    Mit freundlichen Grüßen

    Lucky/ Wolfsburg

  • #11

    Mareike (Dienstag, 16 August 2022 21:18)

    Hallo Lucky,
    da kann ich dir leider nicht helfen. Mir sind selbst überhaupt keine Molchzüchter bekannt.

    Du hast Recht, dass der Kauf keine Entnahme aus der Natur ist. Allerdings dürfen die Tiere und ihre Nachkommen dann auch nicht in die Natur gelangen. Auf dem eigenen Grundstück darf man sie halten, das Grundstück verlassen dürfen sie nicht.
    LG Mareike